Der Preis ist nicht alles

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Einheimischer Reis kostet in Togos Hauptstadt Lomé fast doppelt so viel wie die importierte Ware aus Thailand. Doch es gibt gute Gründe, das lokale Produkt zu bevorzugen

Ich bin ein Alternativtext
Die Reisbäuerin Essi Essenam Ameganui jätet Unkraut zwischen den Reispflanzen. (c) Christoph Püschner/Brot für die Welt

Von Bettina Rühl

Eine Frau mit lockigem Haar spricht konzentriert in einem hell erleuchteten Raum.
Porträt der Journalistin Bettina Rühl

Bettina Rühl, geboren 1965, ist seit 1988 Hörfunk- und Feature-Autorin mit dem Schwerpunkt Afrika. Seit 2011 lebt sie in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Für ihre Hörfunk-Features erhielt sie mehrere Auszeichnungen, darunter 2012 den "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien".

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Die Verwaltungsangestellte Patricia Adragni in ihrer Küche. (c) Christoph Püschner/Brot für die Welt

Der Duft von Reis zieht über die nächtliche Terrasse in Bekpota Atchantime, einem Wohnviertel der togoischen Hauptstadt Lomé. Im Schein einer Energiesparlampe steht die 34-jährige Patricia Adragni mit ihrer Schwester Ornella am Herd, die beiden kochen das Abendessen für sich und ihre Mutter. Weil es in den Räumen ihres kleinen Hauses auch abends immer noch zu warm ist, befindet sich die Küche in einer Ecke der Veranda. In der gegenüberliegenden Ecke sitzt Mutter Vicentia Pauline Sokpoli auf dem Sofa und plaudert mit einer Nachbarin. Währenddessen zerkleinert Patricia das Huhn, das es zum Abendessen geben soll.

 

Es handelt sich um ein „poulet bicyclette“, wie es hier heißt, ein „Fahrrad-Huhn“. Warum es so genannt wird, ist nicht ganz klar, gemeint ist auf jeden Fall ein Vogel, der noch vor kurzem durch das Viertel lief. „Importierte Hühnerteile kaufe ich nie“, sagt die junge Frau, „obwohl sie billiger sind.“ Sie gibt ihr Geld lieber einer ihrer Nachbarinnen oder einem Bauern aus der Region. Zum Huhn kocht sie Reis und Tomatensoße, alle Zutaten wurden in Togo hergestellt. „Ich kaufe nur togolesische Produkte“, sagt die 34-jährige Verwaltungsangestellte.

 

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Patricia Adragni kauft ihre Lebensmittel im Naturkostladen "Boutique d' Alimentation Locale". (c) Christoph Püschner/Brot für die Welt

Patricia und ihre Familie sind Teil der kleinen, aber wachsenden togolesischen Mittelschicht. Sie achten beim Einkauf nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Qualität. „Man hört doch so viel von den schadlichen Folgen aller möglichen Zusatzstoffe“, wirft Patricias Mutter vom Sofa aus ein. „In Konserven zum Beispiel. Oder das ganze Salz in Brühwürfeln und anderen Fertigprodukten, das ist doch alles nicht gesund.“ Patricia geht es beim Kauf lokaler Produkte nicht nur um ihre Gesundheit, sie denkt vor allem politisch. „Wir können als Volk nur Fortschritte machen, wenn wir uns selbst helfen“, fasst sie ihre Überzeugung zusammen. „Das fängt damit an, dass wir unsere eigenen Produkte kaufen.“ Und dadurch die Kaufkraft der Produzentinnen und Produzenten stärken, die meist auf dem Land leben. Auf diese Weise könne jeder mithelfen, die Armutsrate in Togo zu senken.

 

Essi Essenam Ameganvi ist eine der Produzentinnen, die Patricia beim Einkauf im Sinn hat. Am Morgen tastet die Kleinbäuerin mit ihren Fingern über die trockene Erde eines Reisfeldes am Rande von Notsé, einem Dorf rund 100 Kilometer nördlich von Lomé. Auch ohne hinzugucken, erfühlt sie das Unkraut zwischen den Reispflanzen und reißt es mit einem Ruck heraus. Währenddessen lässt sie ihre Augen immer wieder über Bananenstauden, Mangobaume und Kokospalmen bis zum Horizont schweifen. Gelegentlich schaut sie kurz zu ihrem Kollegen Mensah Adrekpe, der wie sie zur Koopera- tive der Reisbauern des Dorfes Notsé gehört.

 

„Wenn ich sehe, wie meine Pflanzen gedeihen, gibt mir das neue Energie.“

 

Adrekpe steht mit seinen rissigen Füßen barfuß im Feld. Gerade schlägt er mit seinem Buschmesser auf einen Strauch ein, der zwischen dem Reis gewurzelt hat. Dem 56-Jährigen ist anzumerken, dass ihm das stundenlange Hocken und die Arbeit in gebückter Haltung schwerfallen. Auch Ameganvi stehen einige Schweißperlen im Gesicht. „Aber ich liebe die Feldarbeit und die Pflanzen“, sagt die Reisbäuerin. „Wenn ich sehe, wie meine Pflanzen gedeihen, gibt mir das neue Energie.“

 

Zusammen mit ihrem Mann hat sie vier Kinder großgezogen. Alle konnten die höhere Schule besuchen, und ihre beiden ältesten Töchter studieren bereits. „Die Bildung unserer Kinder verdanken wir dem Reis“, sagt Ameganvi. Das Gehalt, das ihr Mann als Ausbilder bei einer staatlichen Behörde verdiente, war für die Familie nur ein Zubrot. Erst recht gilt das für die Rente, die er inzwischen bekommt, gerade mal 20.000 westafrikanische Francs im Monat, gut 30 Euro. „Inzwischen macht der Reis bestimmt 70 Prozent unseres Einkommens aus“, schätzt Ameganvi.

 

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Carole Ahoulimi ist Leiterin der Reismühle ESOP (Entrepise service et Organisation des Producteurs). (c) Christoph Püschner/Brot für die Welt

Höhere Preise dank Veredlung

Vor fünf Jahren wurde die Bäuerin Mitglied der Kooperative „Freunde der Erde“, zu der auch ihr Kollege Adrekpe gehört. „Zusammen bekommen wir leichter Kredite für Saatgut oder Dünger und können unsere Erfahrungen austauschen“, erklärt Ameganvi. Die insgesamt zwölf Mitglieder bauen auf fünf Hektar gemeinsam Reis an. Einige haben nebenbei noch private Felder, so wie Ameganvi und ihr Mann. Was sie ernten, verkaufen sie an ESOP, ein Dienstleistungsunternehmen für bäuerliche Kooperativen. Dort bekommen sie für ein Kilo 150 westafrikanische Francs, auf dem freien Markt meist nur 100.

 

„Wir können mehr bezahlen als andere, weil wir nicht den Marktgesetzen folgen“, erklärt Carole Ahoulimi wenig später, die Leiterin der ESOP- Filiale in Notsé. „Das geht nur, weil wir den Reis veredeln.“ Seit Dezember 2013 wird der Reis in Notsé geschält, verlesen und verpackt. Davon profitieren die fast 800 Bäuerinnen und Bauern, denen ESOP ihre Ware zu einem höheren Preis als dem marktüblichen abkauft. Außerdem verdienen sechs festgestellte Mitarbeitende und rund zwanzig Tagelöhnerinnen bei ESOP ihren Lebensunterhalt.

 

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In der Reismühle ESOP werden die Reisernten bis zum Endprodukt, dem Weissreis, weiterverarbeitet. (c) Christoph Püschner/Brot für die Welt

Die Frauen kommen täglich, um den Reis zu verlesen. In einer Ecke des Hofes füllen sie die ungeschälten Körner aus großen Aluminiumschüsseln in eine Mühle. Darin werden die Silberhäute und Keimlinge maschinell entfernt, die Körner anschließend poliert. Am unteren Ende rieselt blanker, weißer Reis in bereitstehende Schüsseln. Eine davon nimmt Abla Yovo mit zu dem überdachten Platz in der Mitte des Grundstücks. Dort sitzt die 25-Jährige dann zwischen den anderen 20 Frauen, die den geschälten Reis in stundenlanger Handarbeit verlesen.

 

Die Bildung unserer Kinder verdanken wir dem Reis

 

Die meisten tragen grüne Arbeitskittel und aus hygienischen Gründen Kopftücher. Yovo schiebt die Körner mit der rechten Hand auf einem türkisgrünen Plastikteller auseinander. So legt sie die braunen und schwarzen frei, die sie sorgfältig mit den Fingern herauspickt. Pro Tag schafft sie 25 bis 50 Kilo Reis, abhängig von dessen Qualität. Eine mühselige Arbeit, dennoch ist Yovo froh über den Job. „Sonst hätte ich gar kein Einkommen.“

 

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Regionale Zutaten für ein traditionelles, togolesisches Gericht (c) Christoph Püschner/Brot für die Welt

Lauter Leckeres aus lokaler Produktion

Kaufen kann man den Reis von ESOP, der fast doppelt so teuer wie der aus Thailand importierte ist, unter anderem im Laden von OADEL in Lomé. Patricia Adragni wandert in ihrer Mittagspause häufig durch die hölzernen Regalreihen, denn das Geschäft namens BoBaR, also „Boutique-Bar-Restaurant“, ist von ihrem Buro aus nicht allzu weit entfernt. Dann schlendert sie an Keksen aus Kochbananen, Erdnussbutter und Sojamehl vorbei, an Couscous aus Soja und Spaghetti aus Mais, an Honig und Konfitüren aus Passionsfrucht, Papaya und Wassermelone. Heute will sie Reis und Avocado-Wein für das nahende Wochenende kaufen, ihre Familie erwartet Besuch.

 

Während Patricia und ihre Schwester Ornella am nächsten Abend kochen, klopft es immer wieder an das Hoftor aus Metall. Nachbarinnen schauen auf einen abendlichen Plausch vorbei und ziehen dann weiter. Schließlich kommt auch der erwartete Gast. Für den Fall, dass noch jemand spontan zum Essen bleibt, haben die Schwestern ausreichend Reis gekocht. Gastfreundschaft ist ebenso Teil der togolesischen Kultur, wie Maisbrei, Reis und „poulet bicyclette“.

 

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Fünf Tipps zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung

Ein Listicle gegen Lebensmittelverschwendung

Ob Bananenbrot aus braunen Bananen, bewusste Einkaufspläne oder Foodsharing: Wir geben euch fünf Tipps wie ihr eure alltägliche Lebensmittelverschwendung reduzieren könnt.

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Ein Mann mit rotem Helm bedient eine landwirtschaftliche Maschine in einem modernen Verarbeitungsbetrieb.

„Menschen werden für den Wandel der afrikanischen Wirtschaft eine wesentliche Rolle spielen“

Ein Beitrag von Ben Leyka

Das Potenzial des afrikanischen Nahrungsmittelsektors ist immer noch viel zu eng mit den natürlichen Ressourcen des Kontinents verbunden, behauptet Ben Leyka. Er möchte dies mit dem African Agri Council ändern.

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Drei Personen diskutieren auf einer Bühne während eines Podcasts mit dem Titel "Vom Feld ins Regal".

Fair Fashion tut nicht weh

Ein Beitrag von Jan Rübel

Beim Nachhaltigkeitspodcast “Vom Feld ins Regal“ fordert Marie Nasemann neue Anläufe zum Durchbruch von fairer Mode. Ein Abend über verbrannte Retouren, filterlose Waschmaschinen und viel Luft nach oben.

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Illustration zeigt den Prozess der Gewürzproduktion mit Text "Wissen rund um die Gewürzproduktion" in der Mitte.

Wissen rund um die Gewürzproduktion

Ein Listicle zu Gewürzen und Tee

Der weltweite Handel mit Gewürzen hat derzeit ein Volumen von über 10 Milliarden Euro. Doch zu welchem Preis verfeinern diese Gewürze unsere Weihnachtsküche? Bei näherer Betrachtung hinterlassen Aspekte der Wertschöpfungskette einen bitteren Beigeschmack.

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Junge Pflanzen wachsen in einem geordneten Muster in einer Gärtnerei, umgeben von üppigem Wald.

Neue Gesetzesinitiativen für entwaldungsfreie Lieferketten als Wendepunkt

Ein Artikel von Gerhard Langenberger

Entwaldungsfreie Lieferketten bergen Herausforderungen und Chancen – sowohl für Kleinbauernfamilien als auch für die internationale Forstverwaltung. Die Verantwortung von Unternehmen und mögliche Anreize für Hersteller sind weitere Stellschrauben, die es zu prüfen gilt. Doch was bedeutet "entwaldungsfrei" eigentlich?

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Ein Mann füllt einen großen Sack mit Baumwolle unter klarem Himmel und genießt das sonnige Wetter.

Gemeinsam mehr erreichen – Neue Kooperationsformen für Nachhaltigkeit im Baumwollsektor

Ein Beitrag von Saskia Widenhorn

Saskia Widenhorn, Leiterin der Baumwoll-Komponente Kamerun und der „Sub-Saharan Cotton Initiative“ der GIZ, berichtet von der Bremer Cotton Week, bei der internationale Branchenexpert*innen zusammen gekommen. Unter anderem auf der Tagesordnung: Lieferkettentransparenz, Nachhaltigkeit und neue Kooperationsformen zwischen Privatwirtschaft und Partnerländern.

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Ein Schlepper zieht ein riesiges Containerschiff voller bunter Frachtbehälter auf dem Meer.

David gegen Goliath: Folgen von global gehandelten Agrarrohstoffen und Nischenprodukten

 

Ein Artikel der Initiative für Nachhaltige Agrarlieferketten (INA)

Eine von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) herausgegebene Studie prüft die Unterschiede zwischen global gehandelten Agrarrohstoffen und heimischen Nischenprodukten bezüglich des ökonomischen, ökologischen und sozialen Einflusses auf die Ursprungsregion. Die Ergebnisse liefern neue Hinweise, um Lieferketten nachhaltiger zu gestalten.    

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Eine Hand sammelt bunt leuchtende Kakaofrüchte in einem Wald, um die Geschichte der Schokoladenherstellung zu beginnen.

Côte d’Ivoire: Zukunft fängt beim Essen an

Ein Beitrag der GIZ

Wie Ernährungstrainerin Edwige ivorische Kakaobäuerinnen und Kakaobauern fit für eine gesündere Zukunft macht.

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Nahaufnahme von Händen, die eine geöffnete Kakaofrucht mit sichtbaren weißen Bohnen halten, umgeben von Laub. | © GIZ Ute Grabowsky

Côte d’Ivoire: Nachhaltigem Kakao auf der Spur

Eine Reportage der GIZ

Bis Ostern 2022 wird alle zwei Wochen eine neue Folge veröffentlicht, in der die GIZ Menschen vorstellt, die sich für fairen und nachhaltigen Kakao in Côte d’Ivoire und Deutschland engagieren.

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Ein Bündel Bananen liegt hinter einem Schild mit dem Text zur Bedeutung fair gehandelter Produkte und dem Hashtag #ichwillfair.

Fairer Handel und Klimagerechtigkeit: Alles hängt zusammen

Ein Beitrag der Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA)

Organisationen des Fairen Handels und die Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA) haben zur Cop 26 die #ichwillfair-Kampagne gestartet, um die Verbindung von globalen Lieferketten und dem Klimawandel aufzuzeigen.

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Reihen von Reisfeldern zeigen die SRI-Methode, die für ein optimiertes Wachstum sorgt.

Der Reissektor in Westafrika: Eine politische Herausforderung

Neue Einblicke zur Entwicklung des Handels und der Reiswertschöpfungskette in Westafrika

Niedrige Importzölle, Schmuggelaktivitäten, unvorhersehbare Steuerbefreiungen und eine schwache Durchsetzung von Lebensmittelsicherheitsnormen: Das Potenzial lokaler Reis-Wertschöpfungsketten wird in westafrikanischen Ländern untergraben.

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Fischer entladen einen großen Fischfang mit einem Netz auf einem Schiff, während Arbeiter den Fang begutachten.

Im Kampf gegen illegale Fischerei

Eine Reportage

Meere sind wichtig für die Ernährung. Doch sie sind überfischt. Um diesen Trend aufzuhalten geht die Weltgemeinschaft nun gegen illegale Fischerei vor. Journalist Jan Rübel hat dazu unter anderem mit Francesco Marí, Referent für Welternährung, Agrarhandel und Meerespolitik bei „Brot für die Welt“, gesprochen.

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©GaÎl GellÈ
Cote d'Ivoire

Streitgespräch: Brauchen Lieferketten Haftungsregeln?

Doppelinterview über das geplante Gesetz

Die Bundesregierung ringt um ein Lieferkettengesetz. Verletzungen von Menschenrechten, Sozial- und Umweltstandards sollen damit angegangen werden. Was wären die Folgen für die Wirtschaft? Ein Doppelinterview mit Veselina Vasileva von GEPA und dem Wirtschaftsprofessor Andreas Freytag.

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Ein stolzer Hahn steht in einem ländlichen Hühnerstall, umgeben von anderen Hühnern.

Helfen Einfuhrbeschränkungen wirklich der armen Bevölkerung in Westafrika?

Ein Beitrag von Isabel Knößlsdorfer

Einheimische Hersteller*innen sollen durch protektionistische Maßnahmen wie Zölle geschützt werden, um im Wettbewerb mit preiswerteren Importprodukten bestehen zu können. Am Beispiel von Hühnerimporten in Ghana wird in dieser Studie untersucht, ob sich die Beschränkungen insgesamt positiv oder negativ auf den Lebensstandard der Haushalte auswirken.

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Eine Gruppe von Menschen geht auf einem Feld in Tansania entlang, neben blühenden Sonnenblumen.

Das Sang’alo Institute investiert in den Anbau von Sonnenblumen

Ein Beitrag von James Wanzala

Kenia ist ein großer Importeur von pflanzlichen Ölen, vor allem aus Indonesien und Malaysia, darunter Sonnenblumenöl. Aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine kam es zu Lieferengpässen und Lebensmittelknappheit, was dazu führte, dass Pflanzenöle in Kenia weniger erschwinglich waren. Als Reaktion auf das fehlende Angebot nahm das Sanga'alo Institute of Science and Technology diesen Impuls auf, schloss sich mit der GIZ zusammen und etablierte den regionalen Anbau und die Verarbeitung von Sonnenblumen.

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Vom Feld in den Fanshop: Wie man einen Topf größer macht

Ein Beitrag von Jan Rübel

Biobaumwolle finden viele gut – aber dennoch wird es Bäuerinnen und Bauern schwergemacht, ihren konventionellen Anbau zu ändern. Ein neues Projekt setzt an diesem Dilemma an: Fußballbundesligisten in Deutschland fördern die Umstellung auf Bio-Baumwolle in Indien. Und schaffen damit ein Exempel.

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Illustration einer Insel mit landwirtschaftlichen Betrieben und städtischen Gebäuden, die eine Agri-Food-Landschaft darstellt.

Die Agri-Food Map: Eine interaktive Karte zur Erkundung nachhaltiger Agrar- und Ernährungssysteme

Ein Beitrag der GIZ

Die komplexen Zusammenhänge der Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme sind oft nicht leicht zu verstehen - die Agri-Food Map, eine interaktive Online-App, trägt durch ein breites Spektrum an verständlich aufbereiteten Informationen dazu bei, die umfassenden Zusammenhänge zugänglich zu machen.

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Ein Mann gießt mit einer Gießkanne Pflanzen auf einem weiten Feld, um die Ernte zu unterstützen.

Stärkung der Marktanbindung kleinbäuerlicher Betriebe angesichts globaler Versorgungsengpässe

Ein Beitrag von Niladri Sekhar Bagchi

Die Folgen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine haben es vielen Ländern ermöglicht, neue Exportmärkte für ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu erschließen. Kleinbäuerliche Betriebe sind dabei jedoch weitgehend außen vor geblieben. Wie sich das ändern lässt, erläutert Dr. Niladri Sekhar Bagchi anhand seiner Erfahrungen in Indien.

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Menschen stehen in einer langen Schlange, um sich an einem Tisch im Freien registrieren zu lassen, während Gebana-Mitarbeiter assistieren.

Das Prinzip des Teilens

Ein Beitrag von gebana

gebana, ein Schweizer Fair Handelsunternehmen, verfolgt mit seiner Firmenphilosophie das Prinzip „Teilen“: Bauernfamilien im Globalen Süden werden direkt am Umsatz ihres Online-Shops beteiligt. Caroline Schaar, Marketing bei gebana, erklärt den Ansatz des Unternehmens.

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Eine Frau in traditioneller Kleidung lächelt glücklich in die Kamera, umgeben von grüner Natur.

Gemeinsam #GegenHunger und #GegenArmut

Eine Kampagne des Bundesentwicklungsministeriums

Zum Welternährungstag startet das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine Kampagne: Drei Frauen aus Kenia, Benin und Ecuador berichten, wie sie Hunger und Armut mit ihren Ideen und lokalen Lösungen bekämpfen. 

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Eine Hand erntet leuchtend gelbe und orangefarbene Kakaofrüchte in einem Wald in Côte d'Ivoire.

Naturschutz rund um die Welt

Ein Beitrag von WWF

Von Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt in Deutschland bis zu nachhaltigeren Anbaumethoden von Kakao in Ecuador: WWF arbeitet auf diversen Ebenen. Beim WWF Stand auf der Grünen Woche wird gezeigt, wie facettenreich Naturschutzarbeit ist und welche Rolle die Entscheidung eines Jeden spielt.

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Blick nach oben in einen dichten vietnamesischen Wald mit hohen Bäumen und grünem Laub. | © GIZPhan Nhat Anh

Zusammenarbeit statt Koexistenz

Ein Beitrag der Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA)

Die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten und Lieferketten steigt kontinuierlich. Die DIASCA ist eine Allianz, die an Lösungen gegen Abholzung und für existenzsichernde Einkommen und Löhne in Agrarlieferketten arbeitet.

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Ein Haufen grüner Kokosnüsse liegt dicht beieinander und zeigt ihre natürliche Textur.

Kokosnüsse, Digitalisierung und die Zukunft

Ein Interview mit Ebun Feludu

Mit ihrem Start-Up Kokari möchte Gründerin Ebun Feludu die Kokosnuss Wertschöpfungskette nach Nigeria bringen. Warum in ihrer Vorstellung zukünftig jede Kokosnuss-Palme ihren eigenen Namen trägt und welchen Beitrag Digitalisierung hierzu leistet, berichtet sie im Gespräch.

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Ein Mann steht lächelnd mit ausgebreiteten Armen in einem kreativen Atelier voller Kunstwerke und Materialien.

Von der Staude zum Laufsteg – Bananenseide als Alternative

Ein Beitrag von Paul Kadjo

Die Textilindustrie trägt erheblich zur Umweltverschmutzung bei, da sie jährlich über 100 Milliarden Bekleidungsartikel produziert, was zu enormen CO2-Emissionen und Wasserverbrauch führt. Modedesigner Paul Kadjo setzt auf Bananenseide als umweltfreundliche Alternative, um die Textilproduktion umweltbewusster und sozial gerechter zu gestalten.

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Der Frischebereich von ALDI Süd in Hamminkeln-Mehrhoog zeigt eine Vielfalt an frischem Obst und Gemüse in gut beleuchteten Regalen.

Wie kauft die Unternehmensgruppe ALDI SÜD ein, Frau Roach?

Ein Gespräch mit Sally Roach

Viele Lieferketten der Unternehmensgruppe ALDI SÜD beginnen im Globalen Süden. Wie nimmt der Lebensmitteleinzelhändler seine Verantwortung wahr? Fragen an Sally Roach, Senior Manager - International Sustainability Department.

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Luftaufnahme von grünen Teeplantagen und Wäldern in Kericho County, die eine harmonische Landschaft bilden. | © Wallace Gichunge

Wie ein Tee zum Waldschutz und zur Ernährungssicherheit beiträgt

Ein Beitrag von Wallace Gichunge

Die Nyayo Tea Zones Development Corporation setzt sich für den Erhalt der Wälder in Kenia ein: Durch das Einrichten so genannter Pufferzonen, die mit Bäumen und Tee bepflanzt werden, wird der Abholzung entgegengewirkt. Neben der Produktion von umweltfreundlichem Tee kommt das Projekt den Ressourcen der Wälder und der Lebensgrundlage der in der Nähe der Wälder lebenden Gemeinden zugute, sagt Projektmitarbeiter Wallace Gichunge.

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In einem üppigen Wald erntet eine Gruppe Menschen fleißig Kakaofrüchte und sammelt sie in einem großen Behälter.

10-Punkte-Plan für einen nachhaltigen Kakaosektor

Ein Beitrag von Jens Busma

Das Entwicklungsministerium (BMZ) und das Landwirtschaftsministerium (BMEL) haben einen 10-Punkte-Plans für einen nachhaltigen Kakaosektor vorgestellt. Die Neufassung berücksichtigt die Lieferkettengesetzgebung und aktuelle Entwicklungen. Sie legt besonderen Fokus auf existenzsichernde Einkommen, verantwortungsvolle Einkaufspraktiken sowie ökologischen und klimafreundlichen Kakaoanbau.

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Eine Person sortiert Kaffeebohnen auf großen Trockengestellen in einer ländlichen Landschaft unter blauem Himmel.

Weltverbesserung, schlückchenweise

Ein Beitrag von Jan Rübel

Maura Oerding hat eine Mission: Mit dem Spezialitätenkaffee Angelique's Finest will sie nicht nur neue Märkte erschließen, sondern auch die Kaffeeindustrie revolutionieren. Ihr Erfolgsrezept? Frauen aus Ruanda und Uganda stärken – vom Anbau bis zur Vermarktung. Oerdings Ziel: Qualität, Fairness und Selbstbestimmung in jeder Bohne.

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Ein Mann erntet natürlichen Kautschuk von einem Baum im Wald und hält einen Behälter und ein Werkzeug in den Händen. | © GIZ

Vom Baum auf die Straße: Die Geschichte von Naturkautschuk

Ein Beitrag von Carlos Castellanos & Yvonne Bielfeld

Der Schuhhersteller Cueros Vélez als gutes Beispiel für die Verantwortung der Privatwirtschaft: Eine Fotogalerie zeigt, wie die Rinde des Kautschukbaums zu einem zuverlässigen und dennoch abholzungsfreien Begleiter auf unseren Straßen wird.

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Illustrationen zeigen Kooperationen für faire Lieferketten mit Symbolen für Umwelt und Zusammenarbeit.

Starke Teams: Sechs Kooperationen für faire Agrarlieferketten

Ein Listicle von Yvonne Bielfeld

Damit alle in der Lieferkette profitieren, kommt es darauf an, dass Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten. Wie messbar die Erfolge solcher Partnerschaften sind, zeigen die folgenden sechs Projekte: Sie machen vor, wie Kooperationen mit der Wirtschaft Lieferketten Schritt für Schritt gerechter, resilienter und nachhaltiger gestalten.

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