„Game Changers - Women in Agriculture“ Preisträgerin 2020

Bariétou Agbere
© Bariétou Agbere

Bariétou Agbere

Präsidentin eines Verbandes für togolesische Bäuerinnen (*1965)

Togo

 

Nominierende Organisation:
Konrad-Adenauer-Stiftung

 

Projekt:
„EINEWELT ohne Hunger – Landrechte von Frauen in Westafrika"

 

„Bariétou Agbere ist die Gründerin und Leiterin des nationalen Verbunds von Frauen in der Landwirtschaft in Togo (RENAFAT). Mit ihrem langjährigen Engagement bewirkte sie große positive Veränderungen für die Frauen im ländlichen Raum Togos, sowohl lokal als auch landesweit. Sie beweist, wie wichtig das erfolgreiche Mobilisieren von Menschen ist, um Veränderungen voranzutreiben. Trotz ihrer schwierigen Situation als Witwe und alleinerziehende Mutter gelang es Bariétou Agbere, Führungsqualitäten zu entwickeln, um ihre Botschaft zu vermitteln - Frauen können erfolgreiche Agripreunerinnen sein.

 

Sie selbst zeigte auch großes unternehmerisches Talent, indem sie ihre in der Landwirtschaft angewiesenen Geschäftsaktivitäten diversifizierte. Von der Vermarktung von lokalem Parboiled-Reis expandierte sie zur Gründung eines Unternehmens zur Verarbeitung von Erdnüssen und zur Herstellung von verpackter und zertifizierter Sheabutter. Mit RENAFAT förderte sie die Gründung von Kooperativen, die sich mit der Entwicklung einer Wertschöpfungskette für verschiedene landwirtschaftliche Produkte befassen. Trotz soziokultureller Barrieren in einer von Männern dominierten ländlichen Gesellschaft gelingt es ihr, auch Frauen mit niedrigem Bildungsstand zu mobilisieren und ihnen aus der Armut zu helfen.

 

Mit ihrer Leidenschaft, ihrem Engagement und ihren Fähigkeiten ist Bariétou Agbere zu einer landesweit anerkannten weiblichen Führungspersönlichkeit in der landwirtschaftlichen Gemeinschaft geworden. Ihre Fähigkeit, Frauen erfolgreich in diversifizierte Aktivitäten entlang verschiedener landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten zu integrieren, die es ihnen ermöglichen, mehr eigenes Einkommen zu erwirtschaften, hat die Jury stark beeindruckt. Darüber hinaus ist sie eine beeindruckende Kämpferin für die Rechte der Landfrauen, für deren Einbeziehung in die Agrarpolitik und für ihre wirtschaftliche und soziale Stärkung".

 

“Meine Aufgabe ist es, Frauen zu ihrer Entfaltung und zur Verantwortung für ihre Aktivitäten zu verhelfen. Wie Sie wissen, sind Frauen auf dem Land in der Produktion, Verarbeitung, Vermarktung und Lagerung tätig. Um sich zu entfalten, müssen sie dafür sensibilisiert werden, wie man besser produziert.”

Bariétou Agbere

Auszug aus der Nominierung

Ihr Engagement für die Belange von Kleinbäuerinnen rührt von ihren eigenen Erfahrungen als Bäuerin im ländlichen Raum her. Die Schwierigkeiten und Herausforderungen, mit denen diese Frauen konfrontiert sind, bewirkten, dass sie sich für die Planung und Organisation von Landfrauengruppen in ihrer Gemeinde einsetzte. Ihre Bemühungen führten 2012 zur Gründung von RENAFAT, einem Verbund von Bäuerinnen und Verarbeiterinnen landwirtschaftlicher Produkte, der einen großen Teil der Landfrauen repräsentiert. Seine Aktivitäten haben zur Anerkennung und Befähigung von Kleinbäuerinnen in Togo beigetragen.

 

Im Jahr 2017 richtete RENAFAT eine Verarbeitungseinheit für verpackten Parboiled-Reis mit dem Namen Riz la Grâce ein. Durch eine Konferenz, die im selben Jahr in Deutschland zum Thema “Leadership and Entrepreneurship of Rural Women” stattfand, erwarb Frau Agbere Fähigkeiten, die es ihr ermöglichten, Frauengruppen bei der Gründung landwirtschaftlicher Kooperativen und der Entwicklung kleiner einkommensschaffender Aktivitäten zu unterstützen. Zum heutigen Zeitpunkt hat Organisation von Frau Agbere ein Unternehmen zur Verarbeitung von Erdnüssen und zur Herstellung von verpackter und zertifizierter Sheabutter ins Leben gerufen".

 

“Frau Agbere war dem so genannten neugierigen Blick der Männer ausgesetzt. Weil es ein Umfeld ist, in dem man es nicht gewohnt ist, Frauen zu sehen die dann für ihre Rechte kämpfen. Für die Rechte ihrer Mitmenschen, für Menschenrechte. Während ihres kompletten Werdegangs war Frau Agbere mit diesen Schwierigkeiten konfrontiert.“

Maurice Gblodzro, Koordinatorin Togo, Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.