Sowing Seeds of Leadership: Ahalya Sahus Weg in die Biolandwirtschaft
Ahalya Sahu, Bäuerin aus dem Dorf Pondi im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh, verkörpert die Stärke und Führungskraft von Frauen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Obwohl ihre Schulbildung aufgrund einer frühen Heirat nach der achten Klasse endete, verwandelte sie ihre Lebenserfahrung in echtes Expertinnenwissen – sie schuf sich durch Biolandwirtschaft eine erfolgreiche Lebensgrundlage und wurde zu einem angesehenen Vorbild innerhalb ihrer Gemeinschaft.
Ahalyas Geschichte begann im Mai 2022, als Frau Bhumkka, eine Community Resource Person aus dem Programm für gemeinschaftlich verwaltete Naturlandwirtschaft in Andhra Pradesh (APCNF), sie in die Grundlagender Biolandwirtschaft einführte. Motiviert durch die Aussicht auf gesündere Böden und geringere Betriebskosten entschied Ahalya, nicht nur ihren eigenen Hof zu transformieren, sondern auch andere zu inspirieren, diesen Weg mitzugehen.
Sie begann damit, sogenannte Mahila Sabhas zu organisieren – von Frauen geleitete Dorfversammlungen, die Bäuerinnen eine gemeinsame Plattform bieten: zum Austausch über landwirtschaftliche Praktiken, zur Mitgestaltung lokaler Entscheidungen und zur Sensibilisierung für naturnahe Anbaumethoden. Ihr Ziel: mehr Frauen zu ermutigen, nachhaltige Landwirtschaft in ihren Alltag zu integrieren.
Mit Unterstützung des deutsch-indischen Kooperationsprojekts „Bodenschutz und -rehabilitierung für Ernährungssicherheit in Indien" (ProSoil), das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umgesetzt wird, konnte sie ihre biolandwirtschaftlichen Praktiken ausbauen. Das Projekt fördert die Verbreitung nachhaltiger Anbaumethoden in ganz Madhya Pradesh und unterstützt Bäuerinnen wie Ahalya dabei, widerstandsfähige und produktive Lebensgrundlagen aufzubauen.
Unter der Anleitung von Fachberater*innen für Biolandwirtschaft (NF-CRPs) begann Ahalya, ihre ein Hektar große Anbaufläche nach biolandwirtschaftlichen Grundsätzen zu bewirtschaften. Innerhalb eines Monats setzte sie das Modell der vormonsonalen Trockensaat (PMDS) um und säte fünfzehn indigene Saatgutsorten aus. Dieser vielfältige Ansatz verbesserte die Bodengesundheit, stärkte die Bodenstruktur und senkte die Anbaukosten. Ergänzt wird ihre Landwirtschaft durch Ziegenhaltung – eine weitere Einkommensquelle, die zugleich die Verbindung zwischen Tier- und Pflanzenwirtschaft stärkt.
Die Wirkung des PMDS-Modells war beeindruckend. Ahalya beobachtete, dass ihr Boden lockerer und deutlich besser für die Reissetzlingskultur geeignet wurde – die Anbaukosten sanken um fast 40 Prozent. Seit der Umstellung auf Naturlandwirtschaft im Jahr 2022 erzielt sie ein höheres Einkommen als zuvor mit konventioneller Landwirtschaft. Heute stellt sie ihre eigenen Düngemittel und biologischen Pflanzenschutzmittel selbst her – aus Tierdung, Kuhurin, Neem, Bio-Kompost und anderen lokal verfügbaren Naturmaterialien. Das hat ihre Abhängigkeit von externen Betriebsmitteln verringert und trägt zum Schutz der Bodenbiodiversität und der Umwelt bei.
Über ihre Felder hinaus ist Ahalya zu einer Inspiration für andere Bäuerinnen geworden und setzt sich für naturnahe Landwirtschaft als Grundlage für Ernährungssicherheit und Resilienz ein.
„Wenn Frauen ihren Boden verstehen, verstehen sie ihre eigene Stärke", sagt sie – und fügt hinzu: „Wenn eine Frau lernt und Erfolg hat, werden viele andere folgen."