Kristina Rampang: Mutter, Bäuerin, Stimme ihrer Gemeinschaft
Im abgelegenen Dorf Bobo in Zentral-Sulawesi hat sich Kristina Rampang vom Kleinbauernhaushalt zur anerkannten Kakaobäuerin und Gemeindeleiterin entwickelt. Durch Trainings, gemeinschaftliche Arbeitsformen und neue Anbaumethoden stärkt sie nicht nur ihren eigenen Betrieb, sondern auch die Rolle von Frauen in der lokalen Landwirtschaft.
Im stillen Dorf Bobo in Zentralsulawesi, Indonesien, wo Kakaobäume die Landschaft prägen, beginnt Kristina Rampangs Tag in der Familie – bevor sie auf ihre Kakaoplantage aufbricht. Mit wenig Wissen und geringen Erträgen startete sie 2008 in den Kakaoanbau. Heute ist sie eine erfolgreiche Bäuerin und anerkannte Person innerhalb ihrer Gemeinschaft – ihre Geschichte spiegelt die wachsende Rolle der Frauen in der ländlichen Landwirtschaft wider.
Mit der Zeit baute Kristina, die sich zunächst mehr auf Intuition als auf fundierte Techniken stützte, ihre Kenntnisse kontinuierlich aus. Möglich machten das Schulungen im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen GIZ und JB Cocoa, die Themen von der Baumschulpflege und dem Beschneiden über das Pfropfen bis hin zur Fermentation abdeckten. Die neu erworbenen Fähigkeiten steigerten nicht nur die Produktivität ihres Hofes, sondern stärkten auch ihr Selbstvertrauen.
Kristina engagierte sich für die Gründung einer Bauerngruppe in ihrem Dorf und wurde zur Vorsitzenden gewählt – eine Position, die selten von Frauen besetzt wird. Unter ihrer Führung lebte die Gruppe das Prinzip des Gotong Royong wieder auf, eine traditionelle Praxis der gemeinschaftlichen Arbeit zum Wohl aller. Diese gelebte Solidarität erleichterte anspruchsvolle Aufgaben, stärkte das Vertrauen untereinander und verbesserte den Zugang zu Förderungen und modernen Anbaumethoden.
Über landwirtschaftliche Techniken hinaus bringt Kristina Frauen auch bei, wie sie ihren Haushalt finanziell eigenständig führen können. „Wenn Frauen Finanzen verstehen, wird die ganze Familie stärker", sagt sie. In ihrer eigenen Familie hat das Einkommen aus dem Kakao- und Schattenanbau – darunter Durian – drei Kindern den Weg in die Hochschulbildung geebnet. „Alles – ihre Bildung, ihre Zukunft – kommt vom Kakao", sagt sie mit Stolz.
„Frauen spielen eine große Rolle", fügt sie hinzu. „Zuhause, auf den Feldern und wenn es darum geht, die Zukunft zu gestalten."
Für Kristina ist der Kakaoanbau mehr als eine Lebensgrundlage – er ist eine Bühne für weibliche Emanzipation. Ihre Geschichte erinnert uns daran: Wenn Bäuerinnen Wissen, Selbstvertrauen und Anerkennung gewinnen, wächst die ganze Gemeinschaft.
Ein Beitrag von Cecilia Novarina