Ihr Land, ihre Rechte: Gerechtigkeit durch Digitalität

Im Kakamega County in Kenia sind Landkonflikte tief im gelebten Alltag vieler Frauen eingeschrieben. Neue digitale Ansätze tragen dazu bei, bestehende Ungleichheiten zu adressieren und die Landrechte von Frauen praktisch zu stärken.

Jemimah Oronoga arbeitet auf ihrer Farm in Kakamega. © TMG

Von Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Die GIZ ist ein weltweit tätiger Dienstleister der internationalen Kooperation für nachhaltige Entwicklung. Sie hat mehr als 50 Jahre Erfahrung in unterschiedlichsten Feldern.

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Im kenianischen Kakamega County gehören Landkonflikte zum Alltag. Besonders betroffen sind Witwen und Bäuerinnen. Zwar schützten kenianische Gesetze die Landrechte von Frauen, doch tief verwurzelte gesellschaftliche Normen und der eingeschränkte Zugang zur Justiz lassen viele ohne wirksame Unterstützung zurück.

 

Jemimah Oronoga kennt diese Realität aus ihrer eigenen Erfahrung. Nachdem ihr Ehemann sie und ihre Kinder aus dem gemeinsamen Zuhause vertrieben hatte, ignorierten die lokalen Behörden ihren Fall. Erst über Haki Ardhi – auf Kiswahili "Landgerechtigkeit" – fand sie Hilfe. Das gemeinschaftsbasierte Meldesystem wurde vom TMG Think Tank for Sustainability, der Kenya Land Alliance und der Rainforest Foundation UK entwickelt und vom GIZ-Projekt "Women’s Empowerment for Resilient Rural Areas" (WE4R) unterstützt.

 

"Als ich eine SMS an Haki Ardhi geschickt habe, reagierten die Shibuye Community Health Workers sofort. Sie vermittelten mir einen Anwalt, der meinen Fall verteidigte. Mein Mann wusste, dass das Gesetz mein Recht auf Land anerkennt – deshalb durfte ich bleiben." – Jemimah Oronoga, Bewohnerin von Matiola, Kakamega County

 

Die SMS-Funktion von Haki Ardhi wird verwendet. © Kenya Land Alliance

Jeremiah meldete per SMS ihren Fall an eine kostenfreie Hotline. Die Shibuye Community Health Workers reagierten sofort und vermittelten ihr rechtlichen Beistand. Konfrontiert mit der Rechtslage lenkte ihr Ehemann schließlich ein – Jemimah konnte bleiben.

 

Haki Ardhi löst nicht nur vereinzelte Konflikte. Das System stärkt lokale Akteur*innen im Umgang mit Landrechtsverletzungen und schafft Daten, die Regierungen und Justiz stärker in die Verantwortung nehmen. So werden Landrechte für Frauen von einem bloßen Gesetzestext zu gelebter Realität.

 

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie das GIZ-Projekt "Women’s Empowerment for Resilient Rural Areas" (WE4R) Frauen in Kenia, Madagaskar und Mali dabei unterstützt, ihre Landrechte zu sichern, ihren Zugang zu Ressourcen zu erweitern und ihre Stimme in Entscheidungsprozessen zu stärken? Dann abonnieren Sie den WE4R-Newsletter, indem Sie eine E-Mail an we4r@giz.de senden!

 

Ein Beitrag von Bérénice Usner, WE4R / GIZ

 

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