Leidy: Kaffeeproduzentin, die Chancen für Frauen und Jugendliche schafft

Für junge Kaffeebäuerinnen wie Leidy eröffnet die Zusammenarbeit zwischen Kooperativen und Entwicklungsprojekten neue Perspektiven entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Durch die Einbindung in die Kaffeelinie „Notas de juventud“ gewinnt sie nicht nur an fachlicher Expertise, sondern auch an wirtschaftlicher Unabhängigkeit und Sichtbarkeit.

Leidy Fierro auf ihrer Kaffeefarm in Huila, Kolumbien. © Santiago Manso

Von Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Die GIZ ist ein weltweit tätiger Dienstleister der internationalen Kooperation für nachhaltige Entwicklung. Sie hat mehr als 50 Jahre Erfahrung in unterschiedlichsten Feldern.

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Leidy Tatiana Fierro ist eine junge Kaffeebäuerin aus Huila, Kolumbien. Sie steht früh auf, wenn der Himmel noch tiefblau ist – und ist Mutter von zwei Kindern. In ihrer Jugend versperrten ökonomische Hürden ihr den Weg zu einer formalen Ausbildung, wodurch sie schon früh begann zu arbeiten. Heute hat ihr Kaffeeanbau eine neue Tür geöffnet: Er ist Chance und Lebensgrundlage zugleich – für sie, ihren Mann und ihre Kinder.

 

„Bäuerin zu sein bedeutet, unabhängig zu sein, ein eigenes Unternehmen zu haben und mich kontinuierlich im Kaffeeanbau weiterzubilden – das ist meine Leidenschaft."

 

Auf ihrem Hof organisiert sie ihren Alltag zwischen Familie, Landwirtschaft und Weiterbildung. Ihre größte Herausforderung benennt sie direkt: „Das Häufigste, womit man konfrontiert wird, ist der Zeitmangel für alles – aber wir Frauen können alles schaffen, es ist nur eine Frage der guten Organisation." Sie betont, dass Frauen in der Region neben Haushaltsführung und Familienarbeit eine tragende Säule für die Verbesserung von Produktion, Organisation und Diversifizierung sind – und damit zur Nachhaltigkeit und zum Familieneinkommen beitragen. Wenn sie an andere Bäuerinnen denkt, leuchten ihre Augen:

 

„Es erfüllt mich mit großer Freude zu wissen, dass es immer mehr Frauen gibt, die engagiert sind, die Leidenschaft für die Landwirtschaft haben, die unternehmerisch denken – und die trotz aller Schwierigkeiten immer ihr Bestes geben."

 

Ihre eigene Geschichte zeigt: Förderung und Ausbildung sind der Schlüssel, um Geschlechterungleichheiten zu überwinden. Sie besuchte Workshops, gewann an Selbstvertrauen, lernte ihrem Produkt mehr Wert zu verleihen und Projekte anzustoßen, die mehr Frauen einbeziehen. Mit familiärer Unterstützung und Disziplin errang sie eine bedeutende Zertifizierung: Sie ist ausgebildete Q Grader – eine international anerkannte Kaffeesensorikerin.

 

Leidy Fierro mit ihrer Familie auf ihrer Kaffeefarm, bei der Präsentation eines ihrer Produkte. © Santiago Manso

Leidy ist Teil der Kaffeelinie „Notas de juventud" der Genossenschaft COOCENTRAL. Der Launch wurde vom AgriChains-Projekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt. Für sie ist das Ergebnis greifbar: „Dieses Projekt zwischen der Genossenschaft und der GIZ ist eine einzigartige Erfahrung – es war eine großartige Unterstützung für junge Menschen. Die Marke ‚Youth Notes' ist etwas ganz Besonderes."

 

Mit Blick auf die nächsten fünf bis zehn Jahre hat sie klare Prioritäten: mehr Chancen schaffen, sich weiter fortbilden und fachlich auf dem neuesten Stand bleiben. Ihr persönliches Ziel ist es, aus ihrer Erfahrung als zertifizierte Produzentin und Kaffeesensorikerin heraus mehr Frauen zu fördern – sie zu stärken und entlang der gesamten Kaffeewertschöpfungskette sichtbarer zu machen. Ihr Plan ist pragmatisch: Wissen teilen, Weiterbildung fördern und Erzeugerinnen mit Initiativen und Märkten verbinden.

 

Leidy nimmt am globalen Programm „AgriChains" teil, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umgesetzt wird. Über das Programm sagt sie: „Wir verbessern nicht nur die Lebensqualität in Bezug auf Nachhaltigkeit und aufgebaute Kapazitäten – sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht."

 

A Contribution by Carlos Castellanos Neira

 

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