Bäuerinnen treiben den Wandel voran

Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin ausgerufen. Es soll die unverzichtbare Rolle der Frauen in der Landwirtschaft hervorheben und würdigen. 2026 finden zudem die Vertragsstaatenkonferenzen (COPs) zu den drei Rio-Konventionen (UNFCCC, CBD, UNCCD) zu Klima, Biodiversität und Wüstenbildung statt. Vor welchen Herausforderungen stehen Frauen in der Landwirtschaft? Wie trotzen sie Klimawandel, Dürren, Überschwemmungen und dem Verlust von Arten? Welche Innovationen bringen sie ein, um ihre Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten?

Bäuerinnen auf der ganzen Welt treiben den Wandel voran – doch ihre Stimmen werden seltener gehört. Das Internationale Jahr der Bäuerin (IYWF) stellt Bäuerinnen in den Mittelpunkt, die die Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme weltweit vorantreiben. Von Kenia, Uganda, Myanmar und Indien bis weit darüber hinaus – entdecken Sie Geschichten zu Klimaresilienz, Biodiversität sowie dem Kampf gegen Landdegradierung und Wüstenbildung.

Bäuerinnen stehen im Mittelpunkt der Agrar- und Ernährungssysteme und wirken in allen Bereichen mit – von der Produktion und Verarbeitung bis hin zu Vertrieb und Handel. Obwohl sie 41 Prozent der weltweiten Arbeitskräfte ausmachen, sind Bäuerinnen im ländlichen Raum unverhältnismäßig stark von prekären Arbeitsverhältnissen, schlechten Arbeitsbedingungen und eingeschränkten Rechten betroffen. Das Internationale Jahr der Bäuerin (IYWF) 2026 rückt dies in den Mittelpunkt – um das Bewusstsein zu schärfen und Maßnahmen voranzutreiben, die Geschlechtergerechtigkeit stärken und die Lebensbedingungen von Bäuerinnen weltweit verbessern. Weitere Informationen finden Sie auf der FAO-Kampagnenwebsite.
Infografik zeigt ungleiche Landrechte für Frauen mit statistischen Daten und Illustrationen zu Besitzanteilen und Ängsten.

Stories aus der Praxis

Geschichten aus der Umsetzung und aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen, wie Frauen in der Landwirtschaft den Wandel vorantreiben – ob in den Bereichen Biodiversität, Klima oder Landdegradierung und Wüstenbildung.

Sarah mit anderen Landwirtinnen im Abschlussworkshop. © UNYFA / dlv

Von "nur einem jungen Mädchen" zur Anführerin

Eine Geschichte aus Uganda

Als junge Vertreterin von Jugend- und Bauerninteressen im Norden Ugandas musste Sarah Awor früh gegen Vorurteile, fehlende Ressourcen und familiären Widerstand ankämpfen. Heute steht sie für eine neue Generation von Bäuerinnen, die Landwirtschaft als unternehmerischen und gemeinschaftlichen Transformationsraum begreifen.

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Leidy Fierro auf ihrer Kaffeefarm in Huila, Kolumbien. © Santiago Manso

Leidy: Kaffeeproduzentin, die Chancen für Frauen und Jugendliche schafft

Eine Geschichte aus Kolumbien

Für junge Kaffeebäuerinnen wie Leidy eröffnet die Zusammenarbeit zwischen Kooperativen und Entwicklungsprojekten neue Perspektiven entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Durch die Einbindung in die Kaffeelinie „Notas de juventud“ gewinnt sie nicht nur an fachlicher Expertise, sondern auch an wirtschaftlicher Unabhängigkeit und Sichtbarkeit.

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Daw Ni Ni Than erhält Fischfutter für ihren Betrieb, 2023, Myanmar. © Jue Ko Ko Thet

Vom Teich auf den Teller – wie Aquakultur Frauen in Myanmar stärkt

Eine Geschichte aus Myanmar

In den ländlichen Regionen Myanmars ist Aquakultur für viele Haushalte eine zentrale Grundlage für Ernährung und Einkommen – zugleich aber stark von Unsicherheit und hohen Kosten geprägt. Für Frauen wie Daw Ni Ni Than wird die Fischzucht zunehmend zu einem Weg aus wirtschaftlicher Abhängigkeit hin zu mehr Stabilität und Selbstbestimmung.

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Ankunft der SANWFA OCEAN20 Panelteilnehmerinnen und Ausstellerinnen. © GIZ

Frauen als Hüterinnen unserer Meere

Eine Geschichte aus Südafrika

In Küstengemeinschaften sind Frauen eng mit dem Ozean verbunden – als Verarbeiterinnen, Händlerinnen und Hüterinnen lokaler ökologischer Kenntnisse. Dennoch bleiben ihre Beiträge in der Fischerei- und Meerespolitik oft unsichtbar, obwohl sie entscheidend für nachhaltige Nutzung und Schutz der Meere sind.

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Ahalya Sahu arbeitet auf ihrer Farm, ein Zeichen von Resilienz. © GIZ

Sowing Seeds of Leadership: Ahalya Sahus Weg in die Biolandwirtschaft

Eine Geschichte aus Indien

Ahalya Sahu, Bäuerin aus dem Dorf Pondi im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh, verkörpert die Stärke und Führungskraft von Frauen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Obwohl ihre Schulbildung aufgrund einer frühen Heirat nach der achten Klasse endete, verwandelte sie ihre Lebenserfahrung in echtes Expertinnenwissen – sie schuf sich durch Biolandwirtschaft eine erfolgreiche Lebensgrundlage und wurde zu einem angesehenen Vorbild innerhalb ihrer Gemeinschaft.

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Die Kabaobäuerin Kristina Rampang auf ihrer farm. © Roy Prasetyo

Kristina Rampang: Mutter, Bäuerin, Stimme ihrer Gemeinschaft

Eine Geschichte aus Indonesien

Im abgelegenen Dorf Bobo in Zentral-Sulawesi hat sich Kristina Rampang vom Kleinbauernhaushalt zur anerkannten Kakaobäuerin und Gemeindeleiterin entwickelt. Durch Trainings, gemeinschaftliche Arbeitsformen und neue Anbaumethoden stärkt sie nicht nur ihren eigenen Betrieb, sondern auch die Rolle von Frauen in der lokalen Landwirtschaft.

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Frau R. Chiyabi (links), eine bei COMACO registrierte Bäuerin, und eine der Frauen aus der Kooperative reinigen auf ihrem Hof einen Teil der geernteten Sojabohnen – ein Schritt hin zu größerer Ernährungssicherheit und einem höheren Einkommen. © Luke Katemba/GIZ

Resilienz im Klimawandel: Madam Racheals Weg mit Sojaanbau

Eine Geschichte aus Sambia

Im Distrikt Mumbwa hat Madam Racheal Chiyabi ihren Betrieb durch klimaangepassten Sojaanbau und Agroforstsysteme transformiert. Gleichzeitig stärkt ihre Kooperative mit gleichberechtigter Entscheidungsstruktur und Marktzugang die sozioökonomische Rolle von Kleinbäuerinnen.

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Haribati Maravi, Expertin für Geschlechterfragen, jätet Unkraut in ihrem Küchengarten. © GIZ Indien CORE

Hoffnung säen – Haribatis Weg zu Selbstbestimmung und Resilienz

Eine Geschichte aus Indien

Im ländlichen Madhya Pradesh verändert Haribati Maravis Arbeit in Selbsthilfegruppen konkrete Machtverhältnisse in Landwirtschaft und Haushalt. Durch Trainings zu klimaresilientem Anbau, geschlechtsspezifischen Fragen und kollektiver Organisation werden Bäuerinnen zunehmend als Entscheidungsträgerinnen sichtbar.

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Welche wirtschaftlichen und sozialen Barrieren hindern Bäuerinnen am Zugang zu Land, Finanzierung und Chancengleichheit? Welche systemischen Veränderungen sind notwendig, um diese zu überwinden? Und warum ist das Internationale Jahr der Bäuerin 2026 eine politische Chance und gleichzeitig eine Verantwortung für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie in den folgenden Artikeln.

Frauen als Change Agents

Ohne die Überwindung struktureller Geschlechterungleichheiten ist eine Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen nicht möglich. Im Gespräch reflektieren Caroline Kayanja (UCOBAC), Dr. Eileen Nchanji (CIAT) und Theresa Herbold (Entwicklungsministerium) die zentralen Herausforderungen und Lösungsansätze – von Landzugang und Repräsentation bis hin zu frauengeführten Kollektiven und innovativen Technologien.

 

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Warum die Weltwirtschaft Frauen braucht

In einer Studie analysiert die internationale Hilfsorganisation CARE, wie die wirtschaftlichen und sozialen Barrieren, mit denen Frauen konfrontiert sind, das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erheblich verringern. Denn beim derzeitigen Tempo würde es 152 Jahre dauern, um die ökonomische Lücke zwischen Frauen und Männern zu schließen – und das, obwohl es äußerst profitabel für die Wirtschaft wäre, diese Lücke zu schließen.

 

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Eine politische Chance zur Überwindung struktureller Hürden für Bäuerinnen

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