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Das Internationale Jahr der Landwirtin (IYWF), das von den Vereinten Nationen für 2026 ausgerufen wurde, ist mehr als ein symbolischer Moment. Es ist eine politische Chance – und eine Verantwortung – für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Das betonte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf der Grünen Woche in Berlin.
Während des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) und der Grünen Woche 2026 im Januar war das Internationale Jahr der Landwirtin eines der Hauptthemen. Nicht nur direkt nach der Eröffnung des BMZ-Standes auf der Messe, auch während eines hochrangigen Networking-Events, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ausgerichtet wurde, wurde der Start dieses besonderen Jahres gefeiert und diskutiert.
Während des Panels am BMZ-Stand mit dem Titel „Starke Frauen. Starke Landwirtschaft. 2026, das Internationale Jahr der Landwirtin“ diskutierte die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Bärbel Kofler mit Partnern über die entscheidende Rolle, die Bäuerinnen für die Agrar- und Ernährungssysteme spielen. In der Tat besitzen nur 15 Prozent der Frauen weltweit Land, betonte Kofler. Trotz ihres Beitrags und ihrer harten Arbeit im Agrar- und Ernährungssektor.
Männer sind keine Konkurrenten für Frauen, sondern Wegbegleiter und Frauen sollten mit ihnen zusammenarbeiten, wenn es um ihre Rechte und ihre Vertretung geht, betonte Nkoloka Halwindi, Gründerin von Nkoka Women in Agro-Business (NWAB) in Sambia. Die Bauernorganisation hat rund 6.000 Mitglieder. Sie wird von der Andreas Hermes Akademie (AHA) bei der Organisationsentwicklung unterstützt. AHA ist Partner des GIZ Globalvorhabens Stärkung bäuerlicher Organisationen für nachhaltige Agrarentwicklung. Das Vorhaben stärkt junge Landwirte und Landwirtinnen in Führung und Interessenvertretung. Und es gibt noch viel zu tun, wenn es um die Interessen von Frauen geht, weiß Nkoloka Halwindi: Sie beschreibt die Finanzierung als ein großes Hindernis für Frauen in der Landwirtschaft.
Auch in Deutschland stehen Frauen in der Land- und Ernährungswirtschaft vor strukturellen Hürden, ergänzt Christine Reitelshöfer, Zweite Vizepräsidentin des Deutschen LandFrauen Verbandes (dlv). Sie haben keinen Zugang zu Land und Erbe und sind oft immer noch nicht an den Entscheidungsprozessen beteiligt.
Deshalb sind die Rechte, Ressourcen und die Repräsentanz der Frauen nach wie vor von entscheidender Bedeutung, fasste Dr. Kofler zusammen.
Das GIZ-Projekt „Feministische Ansätze für eine resiliente Landwirtschaft und Ernährungssysteme (FemHub)“ lud während der Messe auch zu einem Networking-Event zum IYWF ein. Dr. Andreas Schaumayer, Referatsleiter für Ernährungssicherung und Fischerei im BMZ, erklärte in seiner Eröffnungsrede: „Frauen sind für die landwirtschaftliche Produktion, die Ernährungssicherheit und den Lebensunterhalt im ländlichen Raum unverzichtbar.“ Allerdings stünden Frauen nach wie vor vor hartnäckigen Hindernissen: ungleicher Zugang zu Land und Erbe, begrenzter Zugang zu Finanzmitteln und Dienstleistungen, eingeschränkte Beteiligung an Entscheidungsprozessen und Führungsaufgaben sowie eine unverhältnismäßig hohe Belastung durch unbezahlte Care-Arbeit.
„Diese Barrieren sind nicht marginal – sie sind strukturell“, erklärte Dr. Schaumayer. Sie schränkten nicht nur die Rechte und Möglichkeiten von Frauen ein, sondern auch die Widerstandsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Produktivität der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelsysteme insgesamt. „Deshalb ist das Internationale Jahr der Landwirtin mehr als nur ein symbolischer Moment. Es ist eine politische Gelegenheit, den Fokus zu schärfen, Allianzen zu mobilisieren und auf konkrete und dauerhafte Veränderungen zu drängen“, betonte Dr. Schaumayer.
Das BMZ hatte nur wenige Tage vor der Veranstaltung seinen neuen Reformplan „Zukunft zusammen global gestalten“ vorgestellt und dabei betont, dass die feministische Politik ein Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit bleibt. „In der Agrar- und Ernährungswirtschaft bedeutet dies eine geschlechtergerechte Politik, Investitionen in die wirtschaftliche Stärkung von Frauen, stärkere Frauenorganisationen und die Zusammenarbeit zur Beseitigung struktureller Hindernisse auf nationaler und internationaler Ebene“, erklärte Schaumayer.
Während der Veranstaltung lud Tacko Ndiaye, Leiterin des Gender-Teams der Abteilung Ländliche Transformation und Geschlechtergleichstellung bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), die Teilnehmenden ein, ihre Kräfte zu bündeln und sich im Laufe des Jahres zu engagieren. Wenn Frauen gestärkt würden, könnten sie das Wohlergehen ihrer Familien und Gemeinden verbessern, sagte sie während ihrer Präsentation. Frauen könnten außerdem den Hunger reduzieren, die Ernährungsvielfalt und die Ernährung verbessern, das Einkommen und die Wirtschaft ankurbeln und schließlich die Widerstandsfähigkeit der Haushalte gegenüber Schocks stärken.
Sie stellte die Vision des IYWF vor, das die FAO im Dezember gelauncht hat:
„Eine Welt, in der Bäuerinnen in ihrer ganzen Vielfalt voll anerkannt, unterstützt und mit gleichen Rechten, Ressourcen und Entscheidungsbefugnissen ausgestattet sind, um Ernährungssicherheit, Ernährung, Armutsbekämpfung und widerstandsfähige, nachhaltige Agrarnahrungssysteme voranzutreiben.“
Sie erläuterte, dass die FAO und ihre Partner im Laufe des Jahres das Bewusstsein für die entscheidende Rolle der Landwirtinnen in den Agrar- und Ernährungssystemen schärfen wollen. Man wolle Maßnahmen hervorheben, die dazu beitragen können, die geschlechtsspezifischen Unterschiede zu beseitigen. Und schließlich soll das Jahr die Politik auf den Plan rufen, Programme ausgestalten und Investitionen erhöhen.
Elizabeth Nsimadala, Präsidentin der Eastern Africa Farmers Federation (EAFF), begrüßte es, dass die Frauen das ganze Jahr über gefeiert werden. Frauen seien die wichtigsten Stützen von Familien, Gemeinden und Gesellschaften und müssten gesehen werden, sagte sie. Sie schätzte die Unterstützung der GIZ und der AHA bei der Stärkung ihrer Bauernorganisation. Ebenso würdigte sie, dass regionale und globale Entscheidungsplattformen und Foren den Bäuerinnen und ihren Organisationen den Raum geben, ihre Themen anzusprechen. Sie rief zu kollektivem Empowerment und geteilter Verantwortung der Geschlechter auf.
Die junge Landwirtin Gugulethu Mahlangu aus Südafrika erklärte während einer Podiumsdiskussion, dass sie trotz vieler Herausforderungen, insbesondere für Agrarunternehmerinnen wie sie, die Landwirtschaft als Karrieremöglichkeit sieht und ihr eigenes Unternehmen aufgebaut hat, das sie stolz präsentierte. Sie ist Gründerin von House Harvest (Pty) Ltd, einem Unternehmen, das Fischzucht, einheimische Nutzpflanzen, Insektenproteine und erneuerbare Energien integriert. Gugulethu ist außerdem Vizepräsidentin des Youth Leadership Incubation Programme (YLIP) 2025 der Southern African Confederation of Agricultural Unions (SACAU). Das gemeinsam mit der AHA durchgeführte Programm stärkt die Führungsqualitäten junger Menschen in regionalen Bauernverbänden. Gugulethus Arbeit dort konzentriert sich auf Innovation und Ernährungssicherheit im südlichen Afrika.
Der Jurastudent Camara Castro, stellvertretender Projektkoordinator der AMKA Africa Justice Initiative in Kenia, gab einige Einblicke in seine Arbeit, bei der er Frauen Rechtsinformationen zur Verfügung stellt. Er konzentriert sich auf den Zugang zur Justiz, die Landrechte von Frauen und die rechtliche Stärkung in landwirtschaftlichen und ländlichen Kontexten. Er betonte, dass Frauen Informationen über ihre Rechte und bestimmte Gesetze benötigen, um sich selbst zu ermächtigen. „Gerechtigkeit geht über das Gesetz hinaus“, erklärte er und betonte, wie wichtig es ist, den breiteren sozialen und strukturellen Kontext zu berücksichtigen.
Christina Arkenberg von UN Women Deutschland sieht das IYWF als Chance für dringende Reformen in Bezug auf Landrechte, Ressourcen und soziale Sicherung von Frauen. Sie wies auf die Auswirkungen des Klimawandels für Frauen hin und darauf, dass sie finanzielle Unterstützung brauchen, um zu Akteurinnen des Klimaschutzes zu werden. Im Laufe des Jahres sei es wichtig, auch einen Blick auf Bottom-up-Initiativen zu werfen, sagte sie. Viele To Dos für ein ganz besonderes Jahr, das vor uns liegt. Die Reise des IYWF2026 hat gerade erst begonnen.
Von Claudia Jordan
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