2022, ein Jahr der Krise – Was bedeutet das für den afrikanischen Handel und die Ernährungssicherheit?

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Am 27. September wurde der Africa Agriculture Trade Monitor 2022 (AATM) von IFPRI und AKADEMIYA2063 in Zusammenarbeit mit dem Bundesentwicklungsministerium veröffentlicht. Der Bericht analysiert kurz- und langfristige Trends und Treiber der afrikanischen Agrarhandelsströme, einschließlich der Regionalpolitik und der Rolle der globalen Märkte. Der diesjährige Bericht untersucht unter anderem die Auswirkungen des russischen Krieges gegen die Ukraine, das Wachstumspotenzial der Afrikanische Kontinentale Freihandelszone (AfCFTA), die Entwicklung von innerafrikanischen Wertschöpfungsketten für verarbeitete Produkte sowie die Bedeutung Afrikas in den Wertschöpfungsketten von Kaffee, Tee und Kakao.

©Pixabay, Hector Galarza, 2014

Von Dr. Ousmane Badiane

Dr. Ousmane Badiane ist Gründer und geschäftsführender Vorsitzende von AKADEMIYA2063. Er ist Fellow der African Association of Agricultural Economists, Empfänger des Africa Food Prize 2015 und Mitglied der World Academy of Sciences. Als Direktor für Afrika am International Food Policy Research Institute (IFPRI) war er maßgeblich an der Entwicklung und Umsetzung des Comprehensive Africa Agriculture Development Programme (CAADP) beteiligt.

 

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Der AATM 2022 analysiert die kurz- und langfristigen Trends und Triebkräfte der afrikanischen Agrarhandelsströme. ©AKADEMIYA2063, 2022

Der Agrarhandel und die globale Ernährungssicherheit wurden durch eine Reihe von Ereignissen dramatisch beeinträchtigt. Während sich die Weltwirtschaft im Jahr 2022 von der COVID-19-Pandemie erholt, hat die russische Invasion der Ukraine die Ernährungskrise weiter verschärft. Obwohl dieser Konflikt nicht allein für die aktuelle globale Nahrungsmittelkrise verantwortlich gemacht werden kann, hat er erheblich zu den Spannungen an den Märkten beigetragen. Diese Spannungen treten seit 2020 auf den Agrar-, Düngemittel- und Energiemärkten auf und hängen sowohl mit strukturellen Faktoren wie dem Klimawandel als auch mit politischen Reaktionen wie Exportbeschränkungen und der Unterstützung von Biokraftstoffen zusammen. Der Krieg hat den Anstieg der Lebensmittelpreise und den Inflationsdruck in der ersten Jahreshälfte 2022 verstärkt und die Volatilität im Laufe des Jahres erhöht.

 

Die Kombination dieser Schocks wirkt sich auf den Agrarhandel und die Ernährungssicherheit in ganz Afrika aus. Die Anfälligkeit der afrikanischen Länder ist dennoch unterschiedlich. Nordafrikanische Länder wie Ägypten, aber auch Mauretanien, Sudan und die Republik Kongo scheinen besonders anfällig zu sein. Dies ist insbesondere auf den hohen Weizenanteil in ihrer traditionellen Ernährung, aber auch auf ihre Abhängigkeit von Importen von Getreide, Pflanzenölen und Düngemitteln zurückzuführen. Andere Regionen wie Zentralafrika, Ostafrika und Westafrika scheinen aufgrund ihrer Ernährungsweisen, die hauptsächlich auf lokalen oder regionalen Kulturen basieren, die auf dem Weltmarkt nicht weit verbreitet und relativ stabile Preise haben, weniger anfällig zu sein. Beispiele sind Teff für Äthiopien und Eritrea sowie Foniohirse für Westafrika. Darüber hinaus können einige afrikanische Länder den Anstieg ihrer Importpreise kompensieren, indem sie den Preis ihrer Exporte (Öl, Erdgas, Metalle) erhöhen.

 

In diesem Szenario werden Afrikas landwirtschaftliche Handelskapazitäten und die Handelspolitik immer wichtiger, da die globale Volatilität auf den Agrar- und Düngemittelmärkten die Risiken für viele importierende und exportierende Länder erhöht. Der diesjährige Bericht bringt die folgenden Erkenntnisse:

 

Zum einen ist die Einbindung afrikanischer Länder in globale und regionale Wertschöpfungsketten gering, hat sich aber in jüngster Zeit verbessert.

 

Im Vergleich zu entwickelten Regionen tragen afrikanische Länder mit mehr Wertschöpfung zu den Exporten anderer Länder bei als andere Länder zu ihren eigenen Exporten. Dies ist charakteristisch für Länder mit einer schwachen Fertigungskapazität, aber mit reichlich natürlichen Ressourcen. Afrikanische Länder liefern unverarbeitete oder halbverarbeitete Rohprodukte und beteiligen sich intensiver an landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten als an denen, die mit Textilien und Bekleidung, Lebensmitteln und Getränken, Fischerei sowie Bergbau und Gewinnung von Baurohstoffen zu tun haben. Daher sollte Afrika seine Fertigungssektoren erweitern. Zu diesem Zweck sollten politische Interventionen darauf ausgerichtet sein, ausländische Direktinvestitionen anzuziehen, indem Beschränkungen auf den Faktormärkten beseitigt und das Geschäftsklima des Kontinents verbessert werden.

 

Zudem nahm der innerafrikanische Handel vor der Pandemie in den meisten Regionen deutlich zu, insbesondere bei verarbeiteten Produkten.

 

Dieser Trend wurde jedoch durch den Schock der COVID-19-Pandemie gestoppt. Mit steigenden Einkommen und Urbanisierung wird die Nachfrage nach verarbeiteten Lebensmitteln in Afrika jedoch weiter steigen. Dies stellt einen wichtigen Kanal dar, über den Produzenten und Verarbeiter auf dem Kontinent Zugang zu schnell wachsenden afrikanischen Märkten haben. Handelshemmnisse und Faktoren wie Kosten und Zeitaufwand für die Einhaltung der Grenz- und Dokumentationsvorschriften stellen jedoch erhebliche Einschränkungen für den innerafrikanischen Handel dar.

 

Der außerafrikanische Handel konzentriert sich auf hochwertige Produkte mit niedrigem Kaloriengehalt wie Kakao, Kaffee oder Tee. Im Vergleich dazu sind die innerafrikanischen Warenströme in Bezug auf Nährstoffgehalt kalorien-, fett- und eiweißreicher.

 

Die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone (AfCFTA) ist eine historische Chance für den afrikanischen Kontinent. Mit diesem Abkommen wird das größte Freihandelsabkommen in Bezug auf die Anzahl der beteiligten Länder begründet. Während die Verhandlungen auf ein ehrgeiziges Abkommen hindeuten, sollte seine Umsetzung an diesen ambitionierten Startpunkt anknüpfen. Die Stärkung der Handelsbeziehungen zwischen afrikanischen Ländern könnte es ermöglichen, das Risiko von Ernährungsunsicherheit langfristig durch Diversifizierung der Versorgungsquellen und einen leichteren Zugang aller Landwirt*innen zu einem größeren Markt zu verringern.

 

Lesen sie hier den vollständigen AATM. Zudem finde sie hier die Aufnahme des Launch-Events.

 

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Fairer Handel und Klimagerechtigkeit: Alles hängt zusammen

Ein Beitrag der Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA)

Organisationen des Fairen Handels und die Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA) haben zur Cop 26 die #ichwillfair-Kampagne gestartet, um die Verbindung von globalen Lieferketten und dem Klimawandel aufzuzeigen.

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Im Kampf gegen illegale Fischerei

Eine Reportage

Meere sind wichtig für die Ernährung. Doch sie sind überfischt. Um diesen Trend aufzuhalten geht die Weltgemeinschaft nun gegen illegale Fischerei vor. Journalist Jan Rübel hat dazu unter anderem mit Francesco Marí, Referent für Welternährung, Agrarhandel und Meerespolitik bei „Brot für die Welt“, gesprochen.

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Agrarpreise und Ernährungssicherheit – eine komplexe Wechselwirkung

Ein Beitrag von Dr. Fatima Olanike Kareem und Dr. Olayinka Idowu Kareem

Hohe Agrarpreise betreffen Industrie- und Entwicklungsländer gleichermaßen, wobei sich das Problem für letztere durch fehlende oder unzureichende Resilienzmaßnahmen noch verschärft. Dr. Fatima Olanike Kareem, AKADEMIYA2063, und Dr. Olayinka Idowu Kareem, Universität Hohenheim, diskutieren, was getan werden kann, um die negativen Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit abzumildern.

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Das Prinzip des Teilens

Ein Beitrag von gebana

gebana, ein Schweizer Fair Handelsunternehmen, verfolgt mit seiner Firmenphilosophie das Prinzip „Teilen“: Bauernfamilien im Globalen Süden werden direkt am Umsatz ihres Online-Shops beteiligt. Caroline Schaar, Marketing bei gebana, erklärt den Ansatz des Unternehmens.

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Erde gut, alles gut!

Ein Beitrag von Fairtrade Deutschland

Der Klimawandel ist nicht fair: Die Kleinbäuerinnen und -bauern, die wenig zum Klimawandel beigetragen haben, spüren die Klimakrise schon heute. Auch der Kakaoanbau ist betroffen: Wetterextreme, verschobene Regenzeiten und Krankheiten, die die empfindliche Kakaopflanze befallen, stellen Kleinbäuerinnen und -bauern vor extreme Herausforderungen.

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