Wie lassen sich erfolgreiche Nachhaltigkeitsansätze skalieren, ohne lokale Realitäten aus dem Blick zu verlieren? Carolina Jaramillo Ferrer (Uniban) und Felix Strauss (ALDI SÜD) sprechen mit dem Journalisten Jan Rübel über die Voraussetzungen für erfolgreiche Skalierung: von lokaler Eigenverantwortung und starken Partnerschaften bis hin zu Daten, politischen Rahmenbedingungen und gemeinsamer Verantwortung.
Jan Rübel ist Autor bei Zeitenspiegel Reportagen, Kolumnist bei Yahoo und Reporter für überregionale Zeitungen und Zeitschriften. Er studierte Islamwissenschaft und Nahostgeschichte.
Carolina Jaramillo Ferrer leitet die Nachhaltigkeitsagenda von Uniban sowie die Strategie für soziale Investitionen der Uniban Foundation und fördert eine nachhaltige Entwicklung in den Bananenanbauregionen Kolumbiens. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Verankerung der SDGs, der Menschenrechte und gemeinsamer Wertschöpfung in landwirtschaftlichen Exportlieferketten. Ihre Expertise umfasst Multi-Stakeholder-Governance und öffentlich-private Partnerschaften mit Fokus auf Biodiversität, Klimaresilienz, menschenwürdige Arbeit und Transparenz.
Felix Strauss ist seit 2019 bei der ALDI SÜD Gruppe tätig und arbeitet als Sustainability Manager für Obst und Gemüse. Seit 2022 vertritt er das Unternehmen in der deutschen Retailer Working Group on Living Wage Bananas und bringt dort seine Expertise zu nachhaltigen Lieferketten ein.
Was muss ein Projekt mitbringen, damit es skaliert werden kann?
Carolina Jaramillo Ferrer: Wenn wir mit Gemeinschaften zusammenarbeiten, ist für uns vor allem eines wichtig: Eine Initiative muss auf einen tatsächlichen Bedarf und ein Anliegen eingehen, das von der Gemeinschaft selbst benannt wurde.
Nachhaltige Veränderungen können nur entstehen, wenn die Menschen vor Ort einen Mehrwert in einem Projekt sehen und sich aktiv daran beteiligen wollen.
In Kolumbien zum Beispiel ging es vor zwei Jahrzehnten in vielen Diskussionen stark um die Rechte von Menschen, aber deutlich weniger um ihre Verantwortung. Dadurch sahen sich einige Gemeinschaften zunehmend vor allem als Begünstigte und weniger als aktive Gestalter*innen des Wandels.
Deshalb achten wir bei der Auswahl der Gemeinschaften, mit denen wir arbeiten, besonders darauf, ob sie bereit sind, sich einzubringen und selbst einen Beitrag zu leisten. Wir suchen nach Gemeinschaften, die bereits Initiative gezeigt haben und Teil der Lösung sein wollen, anstatt lediglich Unterstützung zu erhalten.
Genauso wichtig ist es, ihre Vulnerabilitäten zu verstehen. Wenn wir wissen, wo die größten Herausforderungen und Hindernisse liegen, können wir Maßnahmen entwickeln, die wirklich relevant sind und langfristig Wirkung entfalten. Treffen ein tatsächlicher Bedarf und ein klares Engagement der Gemeinschaft aufeinander, sind die Voraussetzungen dafür gegeben, dass ein Projekt wachsen, übertragen und schließlich skaliert werden kann.
Felix Strauss:Bei der Auswahl von Projekten müssen für uns Glaubwürdigkeit, Wirkung und Machbarkeit zusammenkommen. Besonders wichtig sind branchenweite Nachhaltigkeitsziele. Sie schaffen gemeinsame Standards und klare Erwartungen an Lieferant*innen und verhindern, dass einzelne Einzelhändler mit unterschiedlichen Ansätzen arbeiten. Gleichzeitig sorgen sie für faire Wettbewerbsbedingungen.
Wichtig ist außerdem die Unterstützung lokaler Stakeholder oder zumindest das Potenzial, diese aufzubauen. Gleichzeitig müssen wir branchenspezifische Unterschiede und den lokalen Kontext berücksichtigen. Beides beeinflusst, wie ein Projekt umgesetzt und später skaliert werden kann. Gerade in global vernetzten Branchen wie dem Bananensektor ist ein starker Multi-Stakeholder-Ansatz entscheidend.
Welche Fragen sind für Sie zu Beginn eines Projekts entscheidend?
Strauss: Wir fragen uns zunächst: Sind die Lieferant*innen, mit denen wir zusammenarbeiten, langfristige Partner? Gibt es transparente Kostenmodelle, mit denen wir nachvollziehen können, ob die Kosten einer nachhaltigen Produktion tatsächlich gedeckt werden? Und sind Lieferant*innen und Produzent*innen bereit, sich auf eine weitergehende Partnerschaft einzulassen? Außerdem schauen wir uns an, welches Potenzial ein Projekt für Skalierung und Wirkung hat und wie komplex die administrative und technische Umsetzung wäre.
Was passiert mit einem kontextspezifischem Ansatz, wenn er skaliert wird? Werden lokale Besonderheiten dann weniger wichtig?
Jaramillo Ferrer: Das hängt von der Größe und Reichweite einer Initiative ab. Eine Gemeinschaft kann ein kleines Viertel oder eine ganze Gemeinde umfassen. Jeder Kontext ist anders und diese Unterschiede müssen berücksichtigt werden.
Skalierung bedeutet für uns nicht, lokale Realitäten hinter sich zu lassen. Es geht vielmehr darum, Ansätze zu finden, die sich an unterschiedliche Kontexte anpassen lassen und trotzdem auf die konkreten Bedürfnisse der jeweiligen Gemeinschaft eingehen.
Deshalb suchen wir nach Projekten, die flexibel genug sind, um unterschiedliche Bedingungen zu berücksichtigen. Wenn sich in einer Gemeinschaft positive Veränderungen zeigen, sehen benachbarte Gemeinschaften häufig die Vorteile und wollen ähnliche Ansätze übernehmen. So kann ein natürlicher Prozess des Wachstums entstehen. Damit daraus aber tatsächlich eine größere Wirkung entsteht, müssen die beteiligten Gemeinschaften ausreichend miteinander verbunden sein. Die „Samen“ des Wandels müssen nah genug beieinander liegen, damit die Gemeinschaften miteinander in Austausch kommen, voneinander lernen und sich gegenseitig stärken können. Sind sie geografisch oder sozial zu weit voneinander entfernt, ist die gemeinsame Wirkung schwächer und es wird schwieriger, die nötige Dynamik für langfristige Veränderungen aufzubauen.
Kurz gesagt: Der lokale Kontext bleibt entscheidend. Es geht darum, Prinzipien und Ansätze zu skalieren, nicht Lösungen eins zu eins zu übertragen. Gleichzeitig müssen Gemeinschaften miteinander verbunden sein, damit sie sich gegenseitig stärken können.
Jaramillo Ferrer: Genau. Und damit diese Transformation gelingt, muss man verschiedene Dinge zusammendenken. Viele grundlegende Bedürfnisse sind noch nicht erfüllt. Deshalb kann man sich oft nicht nur auf ein einzelnes Problem konzentrieren. Nehmen wir Bildung als Beispiel: Man verbessert die Gebäude, arbeitet mit den Lehrkräften und stärkt die Schulverwaltung. Aber wenn Kinder hungrig in die Schule kommen, können sie trotz all dieser Verbesserungen nicht so lernen, wie sie sollten. Solche Veränderungen sind schwer zu messen, weil so viele Faktoren miteinander zusammenhängen.
Welche Hindernisse treten typischerweise auf, wenn Ansätze skaliert werden?
Strauss: Branchenweite Zusammenarbeit hat viele Vorteile, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Wenn ein Projekt zunächst als Initiative eines einzelnen Unternehmens beginnt oder sehr einseitig aufgesetzt ist, kann das später zum Problem werden.
Ein einzelner Einzelhändler kann keinen systemischen Wandel in einer ganzen Branche herbeiführen. Für eine erfolgreiche Skalierung müssen deshalb weitere Akteure dazukommen.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Zusammenarbeit zwischen Einzelhändler*innen eine gute Grundlage für vorwettbewerbliche Zusammenarbeit schaffen kann. Regelmäßiger und offener Austausch hilft dabei, Vertrauen aufzubauen. Dieses Vertrauen ist entlang der gesamten Wertschöpfungskette wichtig. Im Bereich existenzsichernder Löhne im Bananensektor haben wir das auf die harte Tour gelernt. Zu Beginn war die Initiative sehr stark vom Einzelhandel geprägt. Rückblickend haben wir lokale Stakeholder zu wenig eingebunden und das Ganze zu sehr als Projekt innerhalb einer einzelnen Lieferkette betrachtet. Unsere Erfahrung zeigt: Wenn Skalierung funktionieren soll, braucht es von Anfang an eine breite Beteiligung und Unterstützung.
Welche Rolle spielen nationale Strukturen dabei?
Strauss: Sie können entscheidend sein. Fehlende nationale Strukturen und Institutionen oder deren mangelnde Bereitschaft, sich an solchen Projekten zu beteiligen, wird eine Skalierung erheblich erschwert. Viele Projekte starten zunächst in einer bestimmten Region. Wenn man sie später auf das ganze Land ausweiten möchte, stößt man möglicherweise auf institutionelle Hürden, die auf regionaler Ebene noch keine Rolle gespielt haben. Umgekehrt kann Skalierung sehr viel besser funktionieren, wenn unterstützende nationale Strukturen und starke lokale Partnerschaften vorhanden sind. Dann kann ein Projekt weit über sein ursprüngliches Gebiet hinaus Wirkung entfalten.
Wie lassen sich solche Hürden von Anfang an vermeiden?
Strauss: Wenn man diese Fragen nicht von Anfang an mitdenkt, können sie später bei der Skalierung zum Problem werden. Je größer ein Projekt wird, desto mehr Daten entstehen und desto wichtiger werden eine solide Datenarchitektur und klare Governance-Strukturen. Bei innovativen Nachhaltigkeitsprojekten gibt es außerdem nicht immer schon einen erprobten Ansatz. Gerade am Anfang stehen deshalb oft nur begrenzt Daten zur Verfügung. Kurz gesagt: Wir müssen Skalierbarkeit von Anfang an mitdenken, besonders mit Blick auf die administrative Umsetzbarkeit. Je früher solche Fragen berücksichtigt werden, desto leichter lassen sich erfolgreiche Ansätze später skalieren und ihre Wirkung vergrößern.
Jaramillo Ferrer: In der internationalen Zusammenarbeit werden Projekte häufig mit bereits festgelegten Zielen, Methoden und Umsetzungsrahmen entwickelt. Wir glauben aber, dass Initiativen wirksamer sind, wenn die Menschen, die mit den Herausforderungen leben, selbst an der Entwicklung der Lösungen beteiligt sind. Sie kennen den lokalen Kontext am besten und wissen, was für ihre Gemeinschaft wirklich wichtig ist.
Manchmal erscheinen bestimmte Themen aus externer Sicht besonders relevant, obwohl sie vor Ort gar nicht zu den dringendsten Prioritäten gehören. In anderen Fällen können Konzepte wie beispielsweise "Gender" sehr abstrakt wirken, während eine breitere Diskussion über Inklusion besser funktioniert. Deshalb ist es für uns so wichtig, den Menschen zuzuhören und Lösungen gemeinsam mit ihnen zu entwickeln.
Und welche Rolle spielen NGOs und Zertifizierungsorganisationen bei der Skalierung?
Strauss: Sie sind wichtige Partner in solchen Projekten. Einige NGOs und Zertifizierungsorganisationen sind lokal besonders gut verankert und kennen die jeweiligen Gegebenheiten sehr genau. Das macht sie zu wertvollen Partnern. Wir sprechen viel über Skalierung. Aber auch ein großes oder internationales Projekt braucht Partner, die dabei helfen, einen Ansatz an lokale Realitäten anzupassen. Gerade NGOs können hier eine wichtige Rolle spielen, weil sie oft eng mit den beteiligten Gemeinschaften verbunden sind.
Jaramillo Ferrer: NGOs und Zertifizierungsorganisationen können eine wichtige Rolle spielen und in manchen Kontexten weiterhin als Vermittler notwendig sein. Gleichzeitig halte ich einen direkteren Austausch zwischen denjenigen, die Veränderungen unterstützen wollen, und den Gemeinschaften vor Ort für sehr wertvoll.
Zu häufig fließen erhebliche Ressourcen in verschiedene Ebenen der Vermittlung. Stärkere direkte Beziehungen, die auf Vertrauen, Transparenz und gemeinsamen Zielen beruhen, können dazu beitragen, dass mehr Ressourcen tatsächlich bei den Gemeinschaften ankommt.
Das erhöht nicht nur die Wirkung der Investitionen, sondern stärkt auch die Gemeinschaften darin, selbst eine aktivere Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung von Lösungen zu übernehmen. Es geht also nicht darum, Mittler abzuschaffen. Entscheidend ist, dass ihre Beteiligung einen echten Mehrwert schafft.
Herr Strauss, Sie haben die Bedeutung von Datenerhebungen angesprochen. Welche Rolle spielen diese bei der Skalierung?
Strauss: Daten und bisherige Erfahrungen können bei Nachhaltigkeitsprojekten entscheidend sein. Es kommt aber immer auf die Art des Projekts an. Nehmen wir ein Projekt zu existenzsichernden Löhnen: Hier arbeitet man mit Gehaltsabrechnungen und Lohnsystemen und muss große Datenmengen erfassen und auswerten. Anfangs haben wir dafür mit einem Excel-basierten Tool gearbeitet, heute nutzen wir eine Online-Lösung. Die Datenmenge bleibt trotzdem groß.
Andere Projekte brauchen wiederum einen anderen Ansatz. Bei der Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften geht es vielleicht eher um Fragen wie: Wer hat von dem Projekt profitiert? Wie viele Menschen wurden erreicht?
Auch bei Umweltprojekten unterscheiden sich die Anforderungen stark. Manche sind relativ einfach, etwa wenn ein Tool eingeführt oder eine Schulung angeboten wird. Andere, zum Beispiel Projekte zur regenerativen Landwirtschaft, sind deutlich datenintensiver.
Werden Daten wichtiger, je größer ein Projekt wird?
Strauss: Absolut. Je komplexer Projekte werden, desto wichtiger werden belastbare Daten. Irgendwann kann zum Beispiel eine unabhängige Überprüfung notwendig werden. Wenn man etwa den organischen Kohlenstoffgehalt im Boden oder andere Umweltwirkungen misst, braucht es entsprechendes Fachwissen und eine unabhängige Verifizierung.
Und Frau Jaramillo Ferrer, wie gehen Sie mit Unsicherheiten bei der Wirkungsmessung um?
Jaramillo Ferrer: Wirkungen zu messen ist entscheidend. Gleichzeitig dürfen die Kosten dafür nicht höher sein als der Wert der eigentlichen Investition. Deshalb versuchen wir, eng mit den Akteuren vor Ort zusammenzuarbeiten, Vertrauen aufzubauen und Systeme möglichst einfach und praxisnah zu halten. Umweltprojekte lassen sich häufig leichter messen, weil ihre Ergebnisse konkreter sind.
Bei sozialen Projekten ist das schwieriger. Hier geht es um Veränderungen von Verhalten, Einstellungen und Kultur, die sich nicht immer in Zahlen ausdrücken lassen. Kultureller Wandel kann entscheidend sein, um langfristige Verbesserungen zu erreichen, passt aber nicht immer in klassische Messgrößen. Wir brauchen Daten, müssen aber auch anerkennen, wo ihre Grenzen liegen, insbesondere wenn es um soziale Wirkung geht.
Welche politischen Rahmenbedingungen braucht es, damit Skalierung gelingt?
Jaramillo Ferrer: In Kolumbien sind die Bedarfe enorm. Deshalb ist die Beteiligung des Staates unverzichtbar. In vielen Fällen funktionieren Partnerschaften am besten, wenn privatwirtschaftliche Unternehmen einen Teil der Investitionen übernehmen und der Staat den anderen Teil. So können öffentliche Mittel gezielt in die Region fließen, in der das Projekt umgesetzt wird.
Wir sehen, dass Regierungen eher bereit sind, sich zu beteiligen, wenn bereits eine starke lokale Partnerschaft besteht, die selbst einen finanziellen Beitrag leistet. Das ist gerade in ländlichen Regionen wichtig, wo Transport, Logistik und der eingeschränkte Zugang zu Materialien und Dienstleistungen die Kosten deutlich erhöhen. Investieren Unternehmen in diese Regionen, können sie zusätzliche öffentliche Mittel mobilisieren und so die Voraussetzungen für umfassendere Veränderungen schaffen.
Was bedeutet das konkret?
Jaramillo Ferrer: Regionen, die sich erfolgreich verändert haben, sind häufig Orte, an denen große Wirtschaftszweige langfristig präsent sind. Unternehmen schaffen dort Netzwerke, ziehen Investitionen an und eröffnen weitere Entwicklungsmöglichkeiten.
Gleichzeitig sind unternehmerische Sorgfaltspflichten und Verantwortung entscheidend. Unternehmen spielen eine wichtige Rolle, aber sie können den Staat nicht ersetzen. Wenn Regierungen ihren Aufgaben nicht nachkommen, reichen auch die Mittel der Unternehmen nicht aus, um alle sozialen und infrastrukturellen Defizite auszugleichen. Die Zusammenarbeit mit Regierungen kann schwierig sein. Aber sie ist notwendig, wenn wir nachhaltige Veränderungen erreichen wollen.
Herr Strauss, welche politischen Rahmenbedingungen sind aus Ihrer Sicht besonders wichtig?
Strauss: Aus unserer Sicht spielen der Staat und die öffentliche Infrastruktur eine zentrale Rolle. Viele Veränderungen vor Ort brauchen mehr als bessere Einkaufspraktiken oder gute Projekte. Wenn Verbesserungen Bestand haben sollen, müssen Initiativen in nationale und internationale Strukturen eingebettet und von den relevanten Institutionen unterstützt werden. Dazu gehören Ministerien genauso wie UN-Organisationen wie die ILO, die Stakeholder zusammenbringen und Fortschritte langfristig absichern können.
Wir halten außerdem verbindliche menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten für sehr wichtig. Sie tragen dazu bei, Menschenrechte und Umweltstandards in globalen Lieferketten zu stärken. Als Einzelhändler, der in elf Ländern tätig ist und Waren aus mehr als 100 Ländern bezieht, wissen wir, wie wichtig einheitliche Rahmenbedingungen und faire Wettbewerbsbedingungen sind. Deshalb haben wir uns auch öffentlich für EU-weite Sorgfaltspflichten wie die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) ausgesprochen.
Dafür braucht es aber auch Zeit und Geduld, oder?
Jaramillo Ferrer: Sehr viel. Ich stimme Felix vollkommen zu. Für uns kommen noch zwei weitere Dinge hinzu.
Erstens dürfen gemeinsame Investitionen von Unternehmen und Regierungen nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden.
Langfristiges Engagement und Kontinuität sind entscheidend, wenn man wirklich etwas verändern will. Der zweite Punkt ist Vertrauen. In einigen Regionen, in denen wir arbeiten, ist die Sicherheitslage sehr schwierig. In diesem Jahr können wir zum Beispiel nicht alle Farmen besuchen. Natürlich verstehen wir, dass Kontrollen notwendig sind. Aber manchmal müssen Partner auch den lokalen Akteuren vertrauen, die die Arbeit vor Ort umsetzen. Nicht alles lässt sich direkt überprüfen. Wer Wirkung in größerem Maßstab erzielen will, braucht deshalb auch ein gewisses Vertrauen in den Prozess.
Welche Rolle spielt dabei die europäische Regulierung?
Strauss: Aus Unternehmenssicht unterstützen wir die Umsetzung der CSDDD und des deutschen Lieferkettengesetzes ausdrücklich. Diese Regelungen sind wichtige Fortschritte und tragen dazu bei, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Wir sehen die CSDDD als einen wichtigen Hebel, um Menschenrechte und Umweltschutz voranzubringen.
Einheitliche regulatorische Rahmenbedingungen können außerdem die Fragmentierung zwischen Märkten und Lieferketten verringern. Gemeinsame Standards schaffen mehr Planungssicherheit für Unternehmen, Lieferant*innen und andere Stakeholder. Das erleichtert gemeinsames Handeln und hilft dabei, Nachhaltigkeitsherausforderungen effektiver anzugehen.
Frau Jaramillo Ferrer, wie sieht das aus der Perspektive der Produzent*innen aus?
Jaramillo Ferrer: In der Theorie sollen uns diese Regelungen und Initiativen helfen. In der Praxis ist das aber oft nicht der Fall. Zu häufig werden Anforderungen einfach in Verträge geschrieben und Produzent*innen bekommen gesagt: „Ihr müsst dies und das erfüllen“, unabhängig davon, ob diese Vorgaben zur lokalen Realität passen.
Eine nachhaltige Lieferkette kann nicht allein in der Verantwortung der Produzent*innen liegen. Auch Europa trägt Verantwortung.
Wenn wir Lieferketten wirklich stärken wollen, braucht es echte Beteiligung und gemeinsame Verantwortung. Es reicht nicht, Schulungen anzubieten oder Standards vorzugeben. Investitionen müssen auch in die Produktionsregionen zurückfließen und Lösungen gemeinsam entwickelt werden. Was uns besonders beschäftigt, ist der fehlende lokale Kontext. Wir sehen politische Vorgaben und Gesetze aus Europa und den USA, die auf dem Papier gut aussehen, aber häufig an den Realitäten vor Ort vorbeigehen. Die entscheidende Frage ist nicht, ob eine politische Maßnahme grundsätzlich gut klingt. Entscheidend ist: Was bewirkt sie tatsächlich in den Regionen und Gemeinschaften, in denen sie umgesetzt werden soll? Fehlt dieses Verständnis, können gut gemeinte Anforderungen am Ende wirkungslos oder sogar kontraproduktiv sein.
Können Sie dafür ein konkretes Beispiel nennen?
Jaramillo Ferrer: Nehmen wir Pflanzenschutzmittel. Einige davon sollten nicht mehr eingesetzt werden. Aber die Bedingungen in einem Regenwald sind völlig andere als in einem Trockenwald. Rund 70 Prozent der Bananenproduktion in Kolumbien findet in Regenwaldregionen statt, wo der Krankheitsdruck sehr hoch ist. Dort müssen bestimmte Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, weil es bislang keine Alternativen gibt, die funktionieren. Pauschale Vorgaben helfen deshalb nicht weiter. Wir müssen einen Mittelweg finden.
Ähnlich ist es mit biologischer Produktion. Sie kann dreimal so teuer sein. Dann stellt sich die Frage: Sind Verbraucher*innen bereit, für dasselbe Produkt dreimal so viel zu bezahlen? Solche Auswirkungen müssen mitgedacht werden. Ein anderes Beispiel ist der Mindestlohn. Die Regierung hat ihn gerade auf ein Niveau angehoben, das dem von der ILO berechneten existenzsichernden Lohn entspricht. Die Idee dahinter mag gut sein. Wenn Unternehmen die höheren Kosten aber nicht tragen können, kann das Arbeitsplätze kosten und die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Genau solche lokalen Auswirkungen müssen berücksichtigt werden.
Herr Strauss, wird der lokale Kontext bei der Planung von Projekten noch zu oft vernachlässigt?
Strauss: Ich denke schon. Bei der Planung eines Projekts wird meistens darüber nachgedacht, wo es stattfinden soll und wer beteiligt sein muss. Was dabei häufig zu kurz kommt, ist die Frage, wie diese Stakeholder von Anfang an eingebunden werden. Unsere Erfahrung zeigt, dass es für die Wirksamkeit und den langfristigen Erfolg eines Projekts einen großen Unterschied macht, mehr Zeit in die frühe Beteiligung und gemeinsame Entwicklung zu investieren. Genau dafür wird in der Projektplanung aber oft zu wenig Zeit eingeplant.
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Die größte junge Generation Afrikas hat das Potenzial, die Landwirtschaft nachhaltig zu verändern. Junge Unternehmer*innen wie Febelsa in Mosambik bauen landwirtschaftliche Betriebe auf, die das lokale Wachstum fördern.
Vom 9. bis 11. Januar 2025 trafen sich die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union in Kampala, Uganda. Mit einer klaren Vision und konkreten Maßnahmen zielt die Kampala-Agenda darauf ab, die Agrar- und Ernährungssysteme des Kontinents bis 2035 klimaresistent, fair und zukunftsfähig zu machen.
Das Entwicklungsministerium (BMZ) und das Landwirtschaftsministerium (BMEL) haben einen 10-Punkte-Plans für einen nachhaltigen Kakaosektor vorgestellt. Die Neufassung berücksichtigt die Lieferkettengesetzgebung und aktuelle Entwicklungen. Sie legt besonderen Fokus auf existenzsichernde Einkommen, verantwortungsvolle Einkaufspraktiken sowie ökologischen und klimafreundlichen Kakaoanbau.
Die Nachfrage nach fair gehandeltem Kakao wächst – doch wie reagiert die Industrie? In einem Doppelinterview sprechen Claudia Brück, Vorständin von Fairtrade Deutschland, und Dr. Torben Erbrath, Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie, über Fortschritte, Herausforderungen und die Frage, warum echte Veränderungen nur mit langfristigem Engagement entlang der gesamten Lieferkette gelingen.
Ein Gespräch mit Carmen Torres Ledezma & Oluwaseyi Kehinde-Peters
Female Leadership ist ein zentraler Baustein für die Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen. Darum ist von größter Bedeutung, geschlechtersensible Ansätze voranzubringen, um die Präsenz von Frauen in Führungspositionen in der landwirtschaftlichen Produktion zu steigern und diese Systeme gerechter, nachhaltiger und resilienter zu gestalten.
Im Jahr 2025 feiern die GIZ und das Import Promotion Desk (IPD) zehn Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit. Mit ihrem gemeinsamen Stand auf der BIOFACH-Messe in Nürnberg konnten sie über 300 Bio-Unternehmen aus Partnerländern auf dem europäischen Markt bekannt machen. Und die Reise geht weiter – trotz Herausforderungen auf dem globalen Markt.
Studien zeigen: Frauen wirtschaften in der Landwirtschaft oft effizienter und nachhaltiger. Hätten sie denselben Zugang zu Produktionsmitteln wie Männer, könnten die landwirtschaftlichen Erträge um bis zu 30 Prozent steigen. Doch es geht um mehr als Produktivität. Wie können gender-transformative Ansätze (GTA) den Wandel vorantreiben und warum sind sie entscheidend für einen nachhaltigen Wandel?
Im März trafen sich Delegationen aus neun Partnerländern in Berlin auf der Partnerkonferenz Scaling Access to Finance for Agripreneurs. Zusammen mit AUDA-NEPAD, IFAD, BMZ, GIZ und anderen Institutionen arbeiteten rund 100 Teilnehmer praktikable Lösungen aus, um die finanzielle Einbindung in die Prozesse zur Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen voranzubringen und übergeben ihre Schlussfolgerungen an den Kampala-CAADP-Prozess der AU.
Auf dem Gipfel Nutrition for Growth 2025 in Paris stellt Team Europe – bestehend aus der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten – Ernährung als Motor für Resilienz, Gleichstellung und Menschenrechte ins Zentrum internationaler Politik. Über die Ergebnisse des Gipfels herrscht Einigkeit: mit starken Partnerschaften und innovativen Ansätzen aus Zusagen konkrete Fortschritte entstehen zu lassen.
Der weltweite Kampf gegen Mangelernährung braucht mehr als nur Worte – das zeigt der Nutrition for Growth Gipfel in Paris. Mit umfassenden Zusagen und klaren Forderungen ist ein Signal gesetzt: Gesunde Ernährung muss globale Priorität werden. Doch wie sehen das die Teilnehmenden aus Ländern wie dem Jemen oder Timor-Leste?
Die ländliche Bevölkerung und vulnerable Gruppen sollten eingebunden werden bei der Umsetzung der Kampala Erklärung der Afrikanischen Union zur Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme. Das fordert der Soziologe Lawani Arouna, Vizepräsident des Regionalen Dachverbands der Bauernverbände in Westafrika (ROPPA).
Im Mai fand die diesjährige „Partners for Change – SOILutions for a Food Secure, Resilient, and Sustainable Future“ Konferenz statt. Kah Walla, Moderatorin der Konferenz und Direktorin von Strategies!, fasst die Diskussionen zusammen und betont, dass gesunde Böden nicht nur die Grundlage der Landwirtschaft sind, sondern das Fundament für eine widerstandsfähige, gerechte und klimafreundliche Zukunft bilden.
Zwei neue Podcast-Formate der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) machen Geschichten aus der Projektarbeit vor Ort hörbar: "Over to you!" aus Malawi und "Voices of Change – Beneficiary Story Book" aus Sambia. Im Zentrum stehen die Gesichter, die hinter dem Wandel zu einer nachhaltigen Ernährungssicherung stecken.
Ein Beitrag der Global Donor Platform for Rural Development
Die Global Donor Platform for Rural Development hat kürzlich ein White Paper mit dem Titel „Financing Agrifood Systems for People, Planet and Prosperity“ veröffentlicht. Darin werden sechs Maßnahmen vorgestellt, um das nötige Kapital, Partnerschaften und Innovationen für Veränderungen im großen Maßstab zu mobilisieren.
Was haben zwölf Jahre Zusammenarbeit bewirkt? Ein Kompendium der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zieht Bilanz über die Arbeit der Grünen Innovationszentren in 16 Ländern. Es bündelt Erfahrungen, dokumentiert Erfolge und Herausforderungen und sammelt zentrale Erkenntnisse für Praxis und Politik.
Ernährungssysteme unterscheiden sich stark zwischen Gemeinschaften. Während die globale Agenda eine allgemeine Orientierung bietet, erfordert wirksamer Wandel kontextspezifische Maßnahmen auf lokaler Ebene. Im Mittelpunkt sollten dabei die Bedürfnisse der Gemeinschaften stehen. Der Visioning Process kann beim Perspektivwechsel helfen, so Fyness Lydia Ching’oma von der GIZ Malawi.
Wie lassen sich Ernährungssysteme resilienter gestalten? Ernährungsexpertin Stacia Nordin spricht über Diversifizierung, Zusammenarbeit und die Rolle unterschiedlicher Akteure bei nachhaltigem Wandel – und darüber, was in Zeiten anhaltender Krisen Hoffnung gibt.
Im Süden Benins verarbeitet Julienne Sojabohnen zu Tofu. Statt von Subventionen abhängig zu sein, hat sie sich Schritt für Schritt ein eigenes Unternehmen aufgebaut. Ihr Weg verdeutlicht, wie lokale Finanzierung, gemeinsame Risikobewertung und unternehmerische Kompetenz zur Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen beitragen.
Das Internationale Jahr der Landwirtin (IYWF), das von den Vereinten Nationen für 2026 ausgerufen wurde, ist mehr als ein symbolischer Moment. Es ist eine politische Chance – und eine Verantwortung – für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Das betonte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf der Grünen Woche in Berlin.
Ernährungssysteme werden häufig auf Produktion und Handel reduziert. Mary Karanu von der Welthungerhilfe in Kenia zeigt, dass sie zugleich soziale und politische Ordnungen widerspiegeln und Machtverhältnisse, die Anerkennung von Arbeit sowie strukturelle Verwundbarkeit in kleinbäuerlichen Kontexten in Afrika und globalen Lieferketten prägen.
Klimaanpassung, jugendliches Empowerment und Ernährungssysteme treffen auf herausfordernde soziale und politische Rahmenbedingungen. In diesem Interview zeigt Lucky Andrianirina, wie junge Menschen in Madagaskar strukturelle Hürden überwinden, globale Agenden in lokales Handeln übersetzen und Landwirtschaft als Raum von Handlungsmacht und Hoffnung begreifen.
Disruption oder Transformation? Mit dem neuen Strategic Foresight Report for Agriculture and Food Systems richtet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) den Blick auf mögliche Zukunftsszenarien der Zeit nach 2030.
Die Zukunft der Landwirtschaft liegt in den Händen junger Menschen. Genna Tesdall vom Internationalen Netzwerk Young Professionals for Agricultural Development (YPARD) diskutiert, was sie brauchen.
Ein Beitrag der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)
Vor dem Hintergrund des aktuellen Konflikts im Iran und der damit verbundenen Sperrung der Straße von Hormus gewinnt die strategische Bedeutung maritimer Infrastruktur neue Dringlichkeit. Eine Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) aus dem Jahr 2024 beleuchtet diese Relevanz und diskutiert geeignete Schutzmaßnahmen für unterschiedliche kritische Infrastrukturen im maritimen Raum.
Im Rahmen der „Let Me Tell You“-Reihe entdecken Kinder in ganz Sambia spannende Geschichten, die ihnen spielerisch zeigen, warum gutes Essen und gesunde Gewohnheiten – wie der Verzehr von Fisch – so wichtig sind. Lass uns gemeinsam in eine dieser Geschichten eintauchen …
Ernährung scheitert selten am fehlenden Wissen, sondern meist an fehlender Struktur. Im Gespräch mit Dr. Sachin Gupte von PATH richtet sich der Blick auf die oft unsichtbaren Grundlagen von Ernährungssystemen – dort, wo Klimaeinflüsse, politische Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Realitäten bestimmen, was Bestand haben kann und was nicht.
Wachstumsverzögerungen als Zeichen chronischer Unterernährung und gleichzeitig Übergewicht und Fettleibigkeit: Autorin und Redakteurin Astrid Prange de Oliveira zeigt auf, warum insbesondere ärmere Länder mit der doppelten Bürde von Fehlernährung kämpfen und warum dies eine entwicklungspolitische Herausforderung ist.
Ein Fokus auf fragile Kontexte verdeutlicht den spezifischen Beitrag der Entwicklungspolitik zur Sicherheitspolitik und zeigt zugleich, inwiefern auch die Sonderinitiative „Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme“ weiterentwickelt werden muss. Ein Beitrag von Jes Weigelt, Head of Programmes beim TMG Think Tank for Sustainability.
Beim diesjährigen P4C Netzwerktreffen im Juni in Berlin kamen Akteure aus mehr als 40 Ländern zusammen, um die Ergebnisse einer 18-monatigen Zusammenarbeit im Netzwerk zu bündeln und eine gemeinsame Advocacy-Agenda für die Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme zu entwickeln. Diskutiert wurden Botschaften zu Inklusion, Governance, Finanzierung, Evidenz und ländergeführter Umsetzung – und die Frage, wie daraus konkrete politische Wirkung entstehen kann.
Ein Beitrag der Humboldt-Universität zu Berlin und TU Berlin
Alternative Proteine könnten einen wichtigen Beitrag zu zukunftsfähigen Ernährungssystemen leisten. Besonders im Globalen Süden bieten sie Potenzial, Ressourcen zu schonen, Ernährungssicherheit zu stärken und die Resilienz gegenüber dem Klimawandel zu erhöhen.
In afrikanischen Ländern besteht nach wie vor ein enormes geschlechtsspezifisches Gefälle beim Zugang zu Arbeit und Kapital. Was sind die Folgen von Covid-19 für die dortigen Frauen? Jan Rübel befragte Léa Rouanet zu Lockdowns und genderbasierter Gewalt. Die Ökonomin arbeitet im Africa Gender Innovation Lab der Weltbank.
Unternehmen in Afrika, die Finanzierungen zwischen 20.000 $ und 200.000 $ benötigen, finden relativ wenige Investoren, da dieser Bereich zu groß für Mikrokredite und zu klein für institutionelle Investoren ist. Hierdurch entsteht eine „Lücke in der Mitte“, in der Unternehmen nur begrenzte Optionen haben. Ein Projekt des World Ressource Institute schafft mit dem Landaccelerator 2020 Abhilfe.
Was Afrika im Zuge der Digitalisierung erlebt, ist eine Disruption. Hier werden drei Schritte in einem genommen, dort verharrt man. Die Veränderungen sind jedenfalls enorm und bergen manche Überraschung. Ein grafischer Spaziergang.
Startups in der afrikanischen Landwirtschaft boomen seit einigen Jahren. Die Digitalisierung des Agrarwesens beschleunigt sich damit. Welche sind die aktuellen Trends, wo liegen die Herausforderungen – und was können andere Regionen davon lernen? Ein Video-Interview mit Claudia Makadristo, Regionalleiterin Afrika des Inkubators Seedstars
Was ist erforderlich, damit die Ernährungssysteme ausreichende und gesunde Nahrung liefern, ohne dabei unserem Planeten zu schaden? Wie lässt sich Ernährungssicherheit trotz der Bedrohung durch Klimawandel aufrechterhalten? Unsere Autoren betrachten einzelne Aspekte unserer zukünftigen Ernährungssysteme im Kontext der Coronakrise.
Die Mehrheit der Produzierenden in Entwicklungsländern sind Frauen. Obwohl sie maßgeblich zur Ernährungssicherheit ihrer Familien beitragen, sind sie in der männerdominierten Landwirtschaft nach wie vor chronisch benachteiligt beim Zugang zu Land, Krediten, Technologien und Bildung.
Während Afrika bislang die am wenigsten von Covid-19 betroffene Region war, steigen jetzt die bestätigten Infektionszahlen und Todesfälle schnell. Ungeachtet der enormen Herausforderungen, mit denen viele afrikanische Länder weiterhin kämpfen, zeugt die afrikanische Antwort auf die Coronavirus-Pandemie von Innovativität und Einfallsreichtum.
COVID-19 hat beispiellose Auswirkungen auf die Welt. Wie immer sind die Schwächsten am härtesten betroffen, sowohl zu Hause als auch – und dort besonders – im Ausland. Ein gemeinsamer Aufruf des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) und des Department for International Development (DFID).
Kleinbäuer*innen scheitern meist am Bonitätsrahmen von Banken. Dabei würden Investitionen ihnen nachhaltig helfen, um auch Geld zu verdienen. Nun werden digitale Lösungen angedacht und intensiv diskutiert.
Interview mit Martina Fleckenstein (WWF), Michael Kühn (WHH) und Christel Weller-Molongua (GIZ)
Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel: Zum ersten Mal richten die Vereinten Nationen einen Summit zu Ernährungssystemen aus. Im Interview ziehen Martina Fleckenstein, Michael Kühn und Christel Weller-Molongua gemeinsam Bilanz.
Unmengen an Apps und anderen Entwicklungen drängen auf den Markt, aber was macht wirklich Sinn? Ein kritischer Überblick: So könnte ein kleinbäuerlicher Hof in Afrika aussehen - mit Hilfe von Smartphone, Internet und Strom.
In Rom kommen aus aller Welt Ernährungsexperten zusammen. Sie destillieren nicht nur 2000 Ideen, um Ernährungssysteme zu verbessern – sie bereiten auch den großen UN-Gipfel im September in New York vor. Was muss getan werden, damit dieser Gipfel nicht scheitert? Ein Gespräch.
Journalist Jan Rübel hat sich mit Joao Campari im Vorfeld des UNFSS Vorgipfel ausgetauscht. Der Vorsitzende von Action Track 3 blickt auf wesentliche Herausforderungen bei der Transformation bestehender Ernährungssysteme hin zu einer naturverträglichen Produktion und teilt seine Erwartungen an den Gipfel.
Kurz vor dem Ausscheiden aus seinem Amt als Generaldirektor des IFPR spricht Shenggen Fan über nötige Reformen und Vorgehensweisen, um die globale Ernährungssicherheit im kommenden Jahrzehnt zu erreichen. Für SEWOH zieht der Agrarexperte Bilanz - was ist nun zu tun?
Bis 2050 müssen neun Milliarden Menschen genügend zu essen haben. Als Weltbevölkerung müssen wir mehr Nahrungsmittel produzieren und weniger verschwenden. Das ist auch die oberste Priorität des UN World Food Programme (WFP).
Auf dem 8. Deutsch-Afrikanischen Landwirtschaftsforum (GAAF) drehte sich alles um Investitionsmodelle zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Afrika.
Wie Investitionen in gesunde Böden Anreize für eine nachhaltigere Landwirtschaft schaffen und zugleich den Bedarf an umfassenden Veränderungen im Agrarsektor aufzeigen.
Das Potenzial des afrikanischen Nahrungsmittelsektors ist immer noch viel zu eng mit den natürlichen Ressourcen des Kontinents verbunden, behauptet Ben Leyka. Er möchte dies mit dem African Agri Council ändern.
Die vom Bundesentwicklungsministerium im Jahr 2022 ins Leben gerufene CompensACTION-Initiative für Ernährungssicherheit und einen gesunden Planeten gewinnt an Schwung. Sie zielt darauf ab, Kleinbauern für ihren Beitrag zum Erhalt von Ökosystemen finanziell zu entschädigen. Erste Erfolge sind in Äthiopien, Lesotho und Brasilien erzielt worden.
Ein Beitrag der Global Donor Platform for Rural Development
Zwei Jahre nach dem UN Food Systems Summit veranstalteten die Global Donor Platform for Rural Development und das Shamba Centre for Food & Climate ein offizielles Side Event auf dem UNFSS+2. Diskutiert wurde, wie öffentliche Geber die Wirkung ihrer Investitionen erhöhen können.
Rose Okello ist eine Matoke-Bäuerin und alleinerziehende Mutter, die in einem Dorf in der Nähe von Mbarara, einer Stadt im Süden Ugandas, lebt. Um sicherzustellen, dass sie die Lebensmittel für ihre Familie, die Schulgebühren für ihre Kinder und andere Ausgaben pünktlich bezahlen kann, nutzt Rose verschiedene Finanzdienstleistungen. Ihre Geschichte zeichnet Hürden aber auch Hoffnung für Frauen in der Agrarwirtschaft.
Bodengesundheit ist die Grundlage der Landwirtschaft und damit eine entscheidende Voraussetzung für die Ernährung der Menschheit. Minhaj Ameen vom Agroecology Fund darüber, wie die Lösungen für bessere Böden aussehen können.
Damit alle in der Lieferkette profitieren, kommt es darauf an, dass Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten. Wie messbar die Erfolge solcher Partnerschaften sind, zeigen die folgenden sechs Projekte: Sie machen vor, wie Kooperationen mit der Wirtschaft Lieferketten Schritt für Schritt gerechter, resilienter und nachhaltiger gestalten.
Mit jeder Nahrungsmittelkrise wird deutlicher, wie unzureichend und anfällig Nahrungsmittelsysteme sind. Die Frage, die wir uns stellen müssen, lautet: „Wie geht es weiter?“
Stephanie Heiland, Projektleiterin Sektorvorhaben Landwirtschaft und Teil der diesjährigen Observer Delegation der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) bei der COP27, teilt ihre Einblicke, welche Rolle Agrar- und Ernährungssysteme bei der Klimakonferenz einnahmen. Sie berichtet unter anderem vom COP27 Side-Event „Klimaresiliente Agrar- und Ernährungssysteme in Zeiten multipler Krisen und Fragilität“ der GIZ.
Warum sind kurz- und langfristige Antworten wichtig, um aktuelle und zukünftige globale Krisen zu bewältigen? Sebastian Lesch, Leiter der Abteilung Landwirtschaft im Bundesentwicklungsministerium (BMZ), gibt im Gespräch mit der Global Donor Platform for Rural Development (GDPRD) Antworten auf diese und weitere Fragen und erklärt, wie sehr Deutschland es begrüßt, wenn alle Geber an einem Strang ziehen und gemeinsam handeln.
Auf der Grünen Woche besuchen Schulklassen im Stundentakt das Areal von BMZ, Brot für die Welt und Misereor. Dort rücken die globalen Herausforderungen durch die Ernährungssysteme ganz nah heran. Ein Spaziergang – von Journalist Jan Rübel.
Ein Artikel der Initiative für Nachhaltige Agrarlieferketten (INA)
Eine von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) herausgegebene Studie prüft die Unterschiede zwischen global gehandelten Agrarrohstoffen und heimischen Nischenprodukten bezüglich des ökonomischen, ökologischen und sozialen Einflusses auf die Ursprungsregion. Die Ergebnisse liefern neue Hinweise, um Lieferketten nachhaltiger zu gestalten.
Das Import Promotion Desk (IPD) begleitete Bio-Produzenten aus Entwicklungs- und Schwellenländern auf die Biofach. Im Interview erklärt Dr. Julia Bellinghausen, Leiterin des IPD, welche Bedeutung Bio-Zertifizierungen in der Exportförderung spielen.
Expert*innen aus Burkina Faso, Kambodscha, Äthiopien, Indien, Kenia und Malawi fanden sich zusammen, um in einem Workshop mit dem Titel "Inclusive Governance of Food Systems Transformation" zu integrativer Governance zu diskutieren. Daniel Montas, TMG Research, über die Erkentnisse.
Die komplexen Zusammenhänge der Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme sind oft nicht leicht zu verstehen - die Agri-Food Map, eine interaktive Online-App, trägt durch ein breites Spektrum an verständlich aufbereiteten Informationen dazu bei, die umfassenden Zusammenhänge zugänglich zu machen.
Ein Beitrag von Harry Hoffmann (TMG) und Nathalie Demel (WHH)
Zur Halbzeit der Agenda 2023 und zwei Jahre nach dem UN Food System Summit 2021 wurde in Rom Bilanz zu den Fortschritten der Länder bei der Umsetzung der Verpflichtungen zur Umgestaltung der Ernährungssysteme gezogen. Dr. Harry Hoffmann, TMG Think Tank, und Nathalie Demel, Welthungerhilfe, waren vor Ort und ziehen ebenfalls Bilanz.
Die Erzeugung von Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs wird aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels auf den Tierhaltungssektor in Afrika immer schwieriger. Dabei leistet die Viehwirtschaft einen entscheidenden Beitrag zur Ernährungssicherung in Afrika. Drei Papiere des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und von GIZ, ILRI und der Weltbank analysieren, wie Afrikas Viehwirtschaft in Zukunft aussehen kann.
Wie kann ländliche Wirtschaft lebensfähig und modern werden? Eine Frage, der William Madudike, Jugendvertreter der Zimbabwe Farmers Union (ZFU) und selbst Kartoffelbauer nachgeht. Er argumentiert, dass die gesamte ländliche Wirtschaft und Akteure von den Erzeuger*innen bis zu den Verbraucher*innen in den Blick genommen werden müssen. Ein Interview über die initiative Rolle der Jugend.
In der aktuellen globalen Klimadebatte wird eine elementare Forderung immer deutlicher: Die Sicherung der Landrechte von Frauen muss ein grundlegendes Element unserer Klimastrategien sein. Sie stellen nicht nur ein Puzzleteil dar, sondern vielmehr das Fundament für nachhaltige Klimaresilienz. Der TMG Think Tank für Nachhaltigkeit berichtet vom ersten Afrikanischen Klimagipfel.
Partnerschaften sind notwendig, um die vielfältigen Schocks für die Lebensmittelsysteme zu bewältigen – das sagt Dr. Jacqueline Mkindi, Präsidentin des Agriculture Council Tanzania (ACT) und Geschäftsführerin der Tanzanian Horticulture Association (TAHA).
Es braucht gemeinsame Anstrengungen diverser Akteure, um eine transformative Wirkung auf das globale Ernährungssystem zu erzielen. Barbara Rehbinder, Scaling Up Nutrition Movement (SUN), diskutiert vier menschenzentrierte Schlüsselprinzipien, um diesem Ziel näher zu kommen.
Die Bioökonomie-Bewegung verändert die Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion grundlegend: durch innovative Ideen, umweltfreundliche Ansätze und die Erkenntnis, dass wir global zusammenarbeiten müssen, damit der Wandel wirklich allen zugute kommt. Auf dem diesjährigen German Forum for Food and Agriculture (GFFA) hat das Entwicklungsministerium (BMZ) hier einen Schwerpunkt gesetzt.
Die internationale Bodenkonferenz „Partners for Change – SOILutions for a Food Secure, Resilient, and Sustainable Future“ hat vom 20. bis zum 22. Mai knapp 150 verschiedene Akteure in Berlin zusammengebracht. Ihr Ziel: Bestehende Schutzprogramme bilanzieren und einen Weg in die Zukunft ebnen.
Ein Gespräch mit Shakuntala Thilsted & Andreas Schaumayer
Am Rande der UN-Ozeankonferenz (UNOC 2025) sprachen Andreas Schaumayer, Abteilungsleiter im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), und Shakuntala Thilsted, leitende Ernährungsexpertin bei CGIAR, über die entscheidende Rolle aquatischer Nahrungsmittel für Ernährung, Lebensgrundlagen und Klimaresilienz.
Das ist der Maßstab für alle: Mehr Rechte für Frauen bilden einen entscheidenden Schlüssel im Kampf gegen extreme Armut und Hunger weltweit, sagt der Deutschland-Direktor von ONE. Die Organisation ist auf politische Kampagnen als Hebel für nachhaltige Veränderung spezialisiert.
Kleinbauern haben in der afrikanischen Landwirtschaft oft das Nachsehen. Zugang zu Märkten und eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit gelingt nur, wenn die Kleinbetriebe ihre Kräfte bündeln. Doch die Betroffenen in Partnerländern sind oft ratlos, was die Realisierung genossenschaftlicher Modelle betrifft. Auch hier unterstützt das BMZ mit der SEWOH und der Sozialstrukturförderung.
Ein Projekt des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V.
Eine Studie von Markus Hanisch, Agustina Malvido, Johanna Hansmann, Alexander Mewes, Moritz Reigl, Nicole Paganini (SLE)
Nach dem COVID-19-Lockdown: Wie marginalisierte Gemeinschaften in Food-Governance-Prozesse einbezogen werden könnten - eine Zusammenfassung der Ergebnisse einer digitalen und partizipativen Studie des SLE.
Ein Bericht von T. S. Jayne, A. Adelaja und R. Mkandawire
Vor 30 Jahren war Afrika Synonym für Krieg, Hunger und Armut. Dieses Narrativ hat heute keinen Bestand mehr. Afrikanische Lebensstandards steigen erstaunlich schnell. Unsere Autoren sind überzeugt, dass verbesserte Bildung und Unternehmertum den Fortschritt der Region unumkehrbar machen - trotz COVID-19.
Neben den bekannten Folgen der Corona-Maßnahmen für Erwachsene, führten Schulschließungen dazu, dass weltweit 90 Prozent der Kinder nicht mehr die Schule besuchen konnten. Schulmahlzeiten sind jedoch vielerorts die einzige Mahlzeit für Kinder. Ohne Zugang zu diesem Sicherheitsnetz verschärfen sich für hunderte Millionen Kinder Hunger, Armut und Mangelernährung.
Auch wenn COVID-19 die Gesundheit der Menschheit bedroht, dürfen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht mehr Leid verursachen als die Krankheit selbst. Das gilt besonders in armen Entwicklungsländern, wo die Bedeutung der Coronakrise für die Ernährungssicherung weitaus gravierender ist!
Regierungen in Afrika koordinieren ihren Kampf gegen Corona über das Zentrum für Krankheitskontrolle (CDC) der Afrikanischen Union. Die Kurve mit der Zahl der Neuinfektionen konnte bisher erfolgreich abgeflacht werden – warum erklärt Dr. Ahmed Ouma, stellvertretender Direktor des CDC im Gespräch mit Tilman Wörtz.
Die Förderung kleinbäuerlicher Frauengruppen über Selbsthilfe-Ansätze leistet einen entscheidenden Beitrag zur ökonomischen Stärkung der ländlichen Betriebe. Über die Organisation und die verbundenen Gruppenaktivitäten kann extreme Armut reduziert und die Ernährungssituation verbessert werden.
Veröffentlichung der Heinrich-Böll-Stiftung und dem TMG ThinkTank for Sustainability
Die Weltgemeinschaft scheitert im Kampf gegen Hunger, Mangelernährung und Fehlernährung. Das zeigt das der Tiny Atlas „Armut Macht Hunger“ der von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem TMG ThinkTank for Sustainability veröffentlicht wurde. Neben Zahlen und Fakten werden auch die Gründe für Hunger und Fehlernährung dargestellt und erklärt.
Interview mit Paul Newnham, den Direktor des Sustainable Development Goal (SDG) 2 Advocacy Hub.
Auf dem Vorgipfel in Rom ging es um die Umgestaltung der Ernährungssysteme. Wie bringt man das einer breiten Öffentlichkeit nahe? Fragen an Paul Newnham, der als Direktor des SDG 2 Advocacy Hub die Öffentlichkeitsarbeit der Gipfel betreut.
Jeden Oktober veröffentlicht die Organisation „Welthungerhilfe“ den Welthunger-Index, mit dem die Hungersituation erfasst wird. Was sind die Trends – und was muss unternommen werden? Fraser Patterson ist Referent für Welternährung und beschäftigt sich mit dem Index.
Die Klimakrise befeuert immer häufigere Ausbrüche von Heuschreckenplagen. Ein Plädoyer für einen Paradigmenwandel zur Prävention und Mitigation grenzübergreifender Krisen.
Die G7 reagieren beim Gipfel in Elmau auf die verschärfte globale Hungerkrise und mobilisieren zusätzliche 4,5 Milliarden Dollar allein in diesem Jahr. Einen entscheidenden Meilenstein dafür bildete im Vorfeld die internationale Konferenz für globale Ernährungssicherheit „Uniting for Global Food Security“.
Das Bündnis für globale Ernährungssicherheit (Global Alliance for Food Security, GAFS), das gemeinsam von der deutschen G7-Präsidentschaft und der Weltbank ins Leben gerufen wurde, veröffentlichte während der COP27 das Global Food and Nutrition Security Dashboard: Ein Krisenreaktionsinstrument zur raschen Koordination des weltweiten Einsatzes für Ernährungssicherheit.
Nach der vierjährigen Amtszeit von Bolsonaro versucht die neue brasilianische Regierung, ihr Engagement für die Agrarökologie wieder aufzunehmen, die Abholzung im Amazonasgebiet zu bekämpfen und indigene Gemeinschaften sowie arme Familien vor Hunger zu schützen. Ein Interview mit der Vizeministerin für ländliche Entwicklung und landwirtschaftliche Familienbetriebe, Fernanda Machiaveli.
Karen Mapusua, Präsidentin des IFOAM Organics International Network, über die Gefahr, dass die Nachhaltigkeit durch die derzeitige Treibstoffkrise und die Inflation aus aus dem Fokus gerät, darüber, warum Biobäuer*innen gehört werden sollten und warum sie auf Fidschi, wo sie lebt, einen anderen Blick auf die "Krisen" der Welt hat.
Ein Beitrag von William Onura und Larissa Stiem-Bhatia
Auch in der Landwirtschaft ist es wichtig politische Interessensgruppen in den Diskurs mit einzubeziehen. Um die Brücke zwischen praktische Anwendung und politischem Handeln zu bauen, hat der Think Tank TMG den Governor's Day with Farmers (GDF) im Kakamega County in Kenia ins Leben gerufen. Nun fand er zum zweiten Mal statt. Doch was sind die konkreten Ziele und Vorteile des Governor's Days?
Zum Auftakt der Welternährungswoche rund um den Welternährungstag am 16. Oktober eine eindeutige Botschaft: Kanzlerin Angela Merkel betont, dass der Kampf gegen den weltweiten Hunger nur mit internationaler Verantwortung und Solidarität erfolgreich sein wird.
Ein Beitrag von Clare Crowe Pettersson & Lena Bassermann
Der Ausschuss für Welternährungssicherheit (CFS) der Vereinten Nationen hat neue politische Empfehlungen für die Nutzung von Daten und digitalen Technologien im Zusammenhang mit globaler Ernährungssicherung verabschiedet. Wie geht es damit nun weiter?
Ein Beitrag von Emmanuel Atamba & Larissa Stiem-Bhatia
Auf Basis von Gesprächen mit kenianischen Expert*innen veröffentlicht TMG Research ein Kurzdossier, das die Stärkung von Koordinierungsmechanismen für die Governance von Ernährungssystemen hervorhebt. Emmanuel Atamba und Larissa Stiem-Bhatia von TMG Research fassen die Ergebnisse zusammen.
Anlässlich der COP16 stellt die UNCCD in der #HerLand-Kampagne Frauen als Schlüsselakteure zum Erhalt von Böden und zur Bekämpfung von Dürren in den Fokus. Auch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat zur Kampagne beigetragen und sich auf die Sicherung der Landrechte von Frauen konzentriert.
Weltweit sind Kleinbauern gezwungen, ihre Ernten aufgrund fehlender Marktinformationen unter Preis zu verkaufen. Eine neue App von UN World Food Programme (WFP) will das ändern.
Vom Kreislaufsystem in Rwanda bis zur funktionierenden Kühlkette in Kenia: Das lab of tomorrow entwickelt mit einem Open-Innovation Ansatz Lösungen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.
In Sambia begegnet man dem Problem der Nachernteverluste in der Erdnuss-Wertschöpfungskette mit innovativen Ansätzen. Das Rapid Loss Appraisal Tool (RLAT) der GIZ kann dabei helfen, weitere solcher Ansätze zu entwickeln.
Das Vorhaben “Skalierung von digitalen Agrarinnovationen durch Start-ups" (SAIS) unterstützt afrikanische Start-ups im Agrar- und Ernährungsbereich dabei ihre digitalen Innovationen zu skalieren und so eine größere Anzahl von Nutzerinnen und Nutzern zu erreichen.
Die Innovate2030 sucht kreative Köpfe aus aller Welt, um digitale innovative Lösungen gegen die Klimakrise in Städten zu entwickeln. Eine Initiative der Make IT-Allianz.
Die virtuelle ICTforAg Konferenz zu Resilienz, Ernährung und landwirtschaftlichem Wachstum im März 2022 bringt die führenden Akteure des Agrartechnologie- und Ernährungssektors aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zusammen.
Auf dem Weg zu integrierten Bewertungsinstrumenten im Ernährungs- und Landwirtschaftssektor mit Hilfe von „True Cost Accounting“ (TCA, Tatsächliche Kosten Berechnung).
Digitale Instrumente für eine klimaintelligente Landwirtschaft einsetzen: Auf der ICTforAg Konferenz im März 2022 diskutierte die digitale Landwirtschafts-Community die Herausforderungen und Chancen der nächsten Grünen Revolution.
Das Finale der "Innovation Challenge "Beratung für Agrarökologie" fand am 17. Mai 2022 statt. In Hinblick auf die sechs gekürten Innovationen im Bereich Agrarberatung der Semifinalisten wurde eine Podiumsdiskussion zum Thema "Die Kluft zwischen Wissenschaft und Praxis" veranstaltet.
Datensicherheit, Finanzierung, die Automatisierung von Krediten und die Nutzung alternativer Daten – die Digitalisierung von Finanzdienstleistungen im Agrarsektor hat viele Facetten, denen sich eine internationale Konferenz mit Repräsentanten des Agrarfinanzsektors in Sambia widmete. Doch wie trägt die Digitalisierung von Finanzdienstleistungen zur ländlichen Entwicklung und der Inklusion von Frauen bei?
Eine neue Studie zur Datensouveränität in der Landwirtschaft rückt Landwirt*innen zurück in den Mittelpunkt ihres eigenen Sektors, identifiziert Marktlücken und gibt Empfehlungen zur Unterstützung der Akteure.
Für Kleinbäuer*innen ist es oft schwierig, eine finanzielle Förderung zu erhalten. Doch mit einer nigerianischen Fintech-App soll das jetzt anders werden: Gründer Blessing Mene darüber, was seine App bietet – und über die Möglichkeiten und Grenzen der Agrarfinanzierung.
Die Journalist*innen Angeline Ochieng und Victor Raballa haben Frau Bilha Munyole, kenianische Bäuerin in Kimilili im Bezirk Bungoma, auf ihrer Maisplantage besucht. Über die wichtige Rolle der Mechanisierung in der klimagerechten Landwirtschaft und beim Aufbau von Resilienz gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels.
Zum Welternährungstag startet das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine Kampagne: Drei Frauen aus Kenia, Benin und Ecuador berichten, wie sie Hunger und Armut mit ihren Ideen und lokalen Lösungen bekämpfen.
Nicht alle Finanzinstitute (FI) in Subsahara-Afrika haben Zugang zu Wissen über die finanzielle Eingliederung im ländlichen Raum. Die panafrikanische Community of Practice (CoP) unterstützt diese Institutionen auf dem Weg der digitalen Transformation.
Wie kann die Landwirtschaft für junge Menschen in ländlichen Gebieten attraktiver gestaltet werden? Advocacy- und Aufklärungskampagnen können eine wichtige Rolle dabei spielen. Simeon Kambalame, Timveni Child and Youth Media Organization, hat eine solche Kampagne in Malawi ins Leben gerufen.
Ein Beitrag der Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA)
Die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten und Lieferketten steigt kontinuierlich. Die DIASCA ist eine Allianz, die an Lösungen gegen Abholzung und für existenzsichernde Einkommen und Löhne in Agrarlieferketten arbeitet.
Die VR-Brille ist wohl kaum ein herkömmliches Instrument in der Agrarwirtschaft: Seit drei Jahren wird sie in ländlichen Gebieten von Burkina Faso und Kamerun als Schulungsmittel für nachhaltige Baumwollanbau eingesetzt.
Die Wiederverwertung organischer Abfälle zu Bodenhilfsstoffen und Tierfutter durch einen transdisziplinären Ansatz - das ist das Ziel des Projekts RUNRES, das vor vier Jahren in vier afrikanischen Ländern südlich der Sahara gestartet wurde. Drei Wissenschaftler*innen des Projekts berichten.
Als leidenschaftliche Sozialwissenschaftlerin und Unternehmerin aus Malawi weiß Ngabaghila Chatata, dass sie jede Herausforderung meistern kann. Ihre Geschichte spielt in einem Land, das insbesondere in ländlichen Gebieten von hoher Arbeitslosigkeit betroffen ist. Als Geschäftsführerin ihres Unternehmen Thanthwe Farms hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, die nächste Generation junger Agrarunternehmer*innen zu inspirieren – und zu zeigen, dass eine erfolgreiche Gründung mit der richtigen Denkweise beginnt, nicht nur mit Kapital.
Maura Oerding hat eine Mission: Mit dem Spezialitätenkaffee Angelique's Finest will sie nicht nur neue Märkte erschließen, sondern auch die Kaffeeindustrie revolutionieren. Ihr Erfolgsrezept? Frauen aus Ruanda und Uganda stärken – vom Anbau bis zur Vermarktung. Oerdings Ziel: Qualität, Fairness und Selbstbestimmung in jeder Bohne.
Mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Idee gegen Mangelernährung: In Nairobi produziert Fabio Rappenecker mit seinem Startup TenX Nutrition Mandazi, die dank zugesetzter Mikronährstoffe zu einem echten Power-Gebäck werden. Das Ziel: Ernährungssicherheit durch lokale, bezahlbare und gesunde Lebensmittel stärken.
Die Bundesregierung feilt an einer Verpflichtung privater Akteure zur Einhaltung von Menschenrechten – ein Lieferkettengesetz. Was sind die Folgen für den Agrarsektor? Dr. Bettina Rudloff von der Stiftung Wissenschaft und Politik über die Verkettung von Politikfeldern und Wertschöpfung.
Eine schnelle und kostengünstige Methodik berechnet existenzsichernde Einkommen und Löhne für eine Vielzahl an Ländern. Die GIZ hat zusammen mit Fairtrade International und Richard und Martha Anker ein Instrument zu geben, mit dem Unternehmen Einkommens- und Lohnlücken einfacher analysieren können.
In seinem dritten Jahr zeigt der Supermarkt-Check der Organisation Oxfam vor allem einen klaren Trend auf: Es geht! Supermärkte im Norden können ihre bisherigen Geschäftspolitiken ändern und stärker auf die Rechte derjenigen Menschen in aller Welt ausrichten, die Lebensmittel anbauen und ernten.Es geht aber nicht ohne Druck.
Bisher agiert Landwirtschaft in Afrika wie allein vor sich hin. Kleinbäuer*innen, digital verknüpft mit den globalen Wertschöpfungsketten in der Nahrungsmittelindustrie – wie könnte das funktionieren? Eine Anleitung.
Wieso wird Schokolade nicht dort in Tafeln gegossen, wo auch der Kakao angebaut wird? Autor Frank Brunner analysiert die brüchige Wertschöpfungskette der Branche von der Plantage bis in den Supermarkt.
Ritter Sport kennt jedes Kind in Deutschland. Die meisten Kinder, die auf westafri-kanischen Plantagen Kakao ernten, haben dagegen noch nie Schokolade gegessen. Kann ein Schokoladenfabrikant die Welt ändern? Ein Gespräch mit Alfred Ritter über Macht und Ohnmacht eines Unternehmers.
„Gerecht“ und „nachhaltig“ sind Schlüsselworte der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Gleichzeitig strebt Deutschland eine „Modernisierung“ der WTO und „zügige Fortschritte“ bei Freihandelsabkommen an. Sind diese Ziele wirklich kompatibel? Dürfen wir uns Gedanken um Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit machen, während wir so weitermachen wie bisher?
Die Virus-Infektion COVID-19 wird in den meisten afrikanischen Ländern mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Gesundheits- und Lebensmittelkrise auslösen. Um diese zu bewältigen, ist es nach Ansicht unseres Autors wichtiger denn je, die Politik konsequent an den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) auszurichten.
Um tatsächlich die Möglichkeit zu haben vom technischen Fortschritt zu profitieren, braucht es einen festen Rechtsrahmen. Doch der fehlt bisher weitgehend. Stattdessen wächst die Macht internationaler Konzerne.
Kleinbauern in Entwicklungsländern müssen ihre Anbaumethoden modernisieren. Doch falsch verstandene Reformen könnten Armut verstärken, statt sie zu lindern.
In Westafrika wächst eine neue Mittelschicht heran. Ihr Konsumverhalten bestimmt die Nachfrage nach Produkten - den eigenen oder Importware, per Internet oder auf dem Dorfmarkt. Speziell die Menschen in der Elfenbeinküste blicken optimistisch in die Zukunft.
Ein Bericht von Bettina Rudloff und Annette Weber (SWP)
Corona verschärft bestehende Krisen durch Konflikt, Klima, Hunger und Heuschrecken in Ostafrika und am Horn von Afrika. Um sich diesen Herausforderungen zu stellen, müssen all diese Krisen in ihrem regionalen Kontext erfasst werden.
Für die Herstellung von Palmöl, Fleisch oder Möbeln werden in den Tropen weiter Regenwälder gefällt. Höchste Zeit zu handeln. Lösungsvorschläge liegen auf dem Tisch.
Bis Ostern 2022 wird alle zwei Wochen eine neue Folge veröffentlicht, in der die GIZ Menschen vorstellt, die sich für fairen und nachhaltigen Kakao in Côte d’Ivoire und Deutschland engagieren.
Ein Beitrag der Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA)
Organisationen des Fairen Handels und die Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA) haben zur Cop 26 die #ichwillfair-Kampagne gestartet, um die Verbindung von globalen Lieferketten und dem Klimawandel aufzuzeigen.
Meere sind wichtig für die Ernährung. Doch sie sind überfischt. Um diesen Trend aufzuhalten geht die Weltgemeinschaft nun gegen illegale Fischerei vor. Journalist Jan Rübel hat dazu unter anderem mit Francesco Marí, Referent für Welternährung, Agrarhandel und Meerespolitik bei „Brot für die Welt“, gesprochen.
Ein Beitrag von Dr. Fatima Olanike Kareem und Dr. Olayinka Idowu Kareem
Hohe Agrarpreise betreffen Industrie- und Entwicklungsländer gleichermaßen, wobei sich das Problem für letztere durch fehlende oder unzureichende Resilienzmaßnahmen noch verschärft. Dr. Fatima Olanike Kareem, AKADEMIYA2063, und Dr. Olayinka Idowu Kareem, Universität Hohenheim, diskutieren, was getan werden kann, um die negativen Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit abzumildern.
gebana, ein Schweizer Fair Handelsunternehmen, verfolgt mit seiner Firmenphilosophie das Prinzip „Teilen“: Bauernfamilien im Globalen Süden werden direkt am Umsatz ihres Online-Shops beteiligt. Caroline Schaar, Marketing bei gebana, erklärt den Ansatz des Unternehmens.
Der Klimawandel ist nicht fair: Die Kleinbäuerinnen und -bauern, die wenig zum Klimawandel beigetragen haben, spüren die Klimakrise schon heute. Auch der Kakaoanbau ist betroffen: Wetterextreme, verschobene Regenzeiten und Krankheiten, die die empfindliche Kakaopflanze befallen, stellen Kleinbäuerinnen und -bauern vor extreme Herausforderungen.
Viele Lieferketten der Unternehmensgruppe ALDI SÜD beginnen im Globalen Süden. Wie nimmt der Lebensmitteleinzelhändler seine Verantwortung wahr? Fragen an Sally Roach, Senior Manager - International Sustainability Department.
In ihrer neuen Studie analysiert die internationale Hilfsorganisation CARE, wie die wirtschaftlichen und sozialen Barrieren, mit denen Frauen konfrontiert sind, das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erheblich verringern. Denn beim derzeitigen Tempo würde es 152 Jahre dauern, um die ökonomische Lücke zwischen Frauen und Männern zu schließen – und das, obwohl es äußerst profitabel für die Wirtschaft wäre, diese Lücke zu schließen.
Angesichts der zunehmenden Herausforderungen durch weltweiten Hunger, Urbanisierung und sinkende internationalerFinanzierung spielen informelle Ernährungssysteme eine wichtige Rolle für den Zugang zu Nahrung und Lebensgrundlagen in einkommensschwachen städtischen Gebieten Afrikas. Das TMG Think Tank for Sustainability Positionspapier „Mit Informalität arbeiten für die Transformation von Ernährungssystemen und widerstandsfähige Gemeinschaften“, hebt hervor, wie wichtig Informalität für die Erreichung von SDG 2 ist.
Die Vereinten Nationen planen einen Gipfel zu Ernährungssystemen - und nun diktiert das Corona-Virus die Agenda. Der Chefökonom des UN-Welternährungprogramms zieht eine aktuelle Bilanz. Ein Gespräch mit Jan Rübel über Pandemien, die Chromosomen der Entwicklung – und über die Konflikte, die sie hemmen.
Eine Welt ohne Hunger, genügend und gesunde Ernährung, klimafreundliche Landwirtschaft, das wird möglich, wenn Ideen in Innovationen kommen - Ein Gespräch mit Referatsleiter Sebastian Lesch zur Innovation Challenge des Agrarinnovationsfonds.
Lutz Hartmann hat sich mit der Pacht einer dreihundert Hektar großen Obstplantage in Äthiopien einen lang gehegten Traum verwirklicht: In Afrika ein eigenes Unternehmen zu führen. Nun geht ihn die Frage, wie sich Afrika entwickelt, auch persönlich an.
Zufriedene junge Menschen auf dem Land, grüne Entwicklung und der Anschluss ans digitale Zeitalter – auch in Afrika hält Professor Joachim von Braun dieses Zukunftsszenario für möglich. Seit drei Jahrzehnten erforscht der Agrarwissenschaftler, welche Stellschrauben der Politik zur Schaffung von Wohlstand auf dem Kontinent zur Verfügung stehen
Ein Bauernhof in Afrika, im Jahr 2080. Alles ist digitalisiert. Die Blockchain ist allmächtiger Bezugspunkt, die Farm gedeiht. Und dann geht alles schief. Eine dystopische Kurzgeschichte - exklusiv aufgeschrieben für SEWOH.
Fisch ist aufgrund seiner Nährstoffe ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung von Mangel- und Unterernährung. Aber nicht nur das zeichnet ihn aus. Fisch bildet auch die Lebens- und Beschäftigungsgrundlage von 600 Millionen Menschen weltweit.
Die afrikanische Binnenfischerei ist zunehmend auf den Fang kleiner Fischarten angewiesen, die sonnengetrocknet über weite Distanzen gehandelt werden. Sie leisten einen wichtigen Beitrag gegen "versteckten Hunger": Im Ganzen verzehrt sind Kleinfische eine wichtige Quelle für Mikronährstoffe. Nur hat dies die Politik leider noch nicht erkannt.
Einheimischer Reis kostet in Togos Hauptstadt Lomé fast doppelt so viel wie die importierte Ware aus Thailand. Doch es gibt gute Gründe, das lokale Produkt zu bevorzugen.
Die Sojabohne ist eine natürliche Ackerfrucht, aus der man ein Menge Lebensmittel herstellen kann. Also startete Tata Bi erst alleine, dann mit einigen anderen Frauen einen kleinen Weiterverarbeitungsbetrieb, der den Frauen ganzjährig eine zusätzliche Einnahmequelle neben dem Verkauf der Sojabohnen bietet.
Corona erschwert das Ziel einer Welt ohne Hunger bis 2030 noch mehr. Damit diese Perspektive nicht aus dem Blickfeld gerät, muss Deutschland international eine stärkere Rolle spielen - eine Zusammenfassung des Strategischen Begleitkreises der SEWOH.
Agnes Kalibata, seit 2014 Präsidentin der AGRA und ehemalige Ministerin für Landwirtschaft und Wildbestände in Ruanda, ist davon überzeugt, dass Afrikas Wirtschaft nur dann nachhaltig wachsen wird, wenn auch kleinteilige Landwirtschaft als Chance begriffen wird.
Ausbleibende Saisonarbeitskräfte und Virenexplosion in Schlachthöfen, steigende Gemüsepreise, Klimakrise - all das macht deutlich, was eigentlich schon seit Jahrzehnten klar ist: unser Ernährungssystem ist zwar hoch produktiv. Es ist aber nicht resilient.
Ob Bananenbrot aus braunen Bananen, bewusste Einkaufspläne oder Foodsharing: Wir geben euch fünf Tipps wie ihr eure alltägliche Lebensmittelverschwendung reduzieren könnt.
Beim Nachhaltigkeitspodcast “Vom Feld ins Regal“ fordert Marie Nasemann neue Anläufe zum Durchbruch von fairer Mode. Ein Abend über verbrannte Retouren, filterlose Waschmaschinen und viel Luft nach oben.
Der weltweite Handel mit Gewürzen hat derzeit ein Volumen von über 10 Milliarden Euro. Doch zu welchem Preis verfeinern diese Gewürze unsere Weihnachtsküche? Bei näherer Betrachtung hinterlassen Aspekte der Wertschöpfungskette einen bitteren Beigeschmack.
Saskia Widenhorn, Leiterin der Baumwoll-Komponente Kamerun und der „Sub-Saharan Cotton Initiative“ der GIZ, berichtet von der Bremer Cotton Week, bei der internationale Branchenexpert*innen zusammen gekommen. Unter anderem auf der Tagesordnung: Lieferkettentransparenz, Nachhaltigkeit und neue Kooperationsformen zwischen Privatwirtschaft und Partnerländern.
Neue Einblicke zur Entwicklung des Handels und der Reiswertschöpfungskette in Westafrika
Niedrige Importzölle, Schmuggelaktivitäten, unvorhersehbare Steuerbefreiungen und eine schwache Durchsetzung von Lebensmittelsicherheitsnormen: Das Potenzial lokaler Reis-Wertschöpfungsketten wird in westafrikanischen Ländern untergraben.
Kenia ist ein großer Importeur von pflanzlichen Ölen, vor allem aus Indonesien und Malaysia, darunter Sonnenblumenöl. Aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine kam es zu Lieferengpässen und Lebensmittelknappheit, was dazu führte, dass Pflanzenöle in Kenia weniger erschwinglich waren. Als Reaktion auf das fehlende Angebot nahm das Sanga'alo Institute of Science and Technology diesen Impuls auf, schloss sich mit der GIZ zusammen und etablierte den regionalen Anbau und die Verarbeitung von Sonnenblumen.
Die Folgen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine haben es vielen Ländern ermöglicht, neue Exportmärkte für ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu erschließen. Kleinbäuerliche Betriebe sind dabei jedoch weitgehend außen vor geblieben. Wie sich das ändern lässt, erläutert Dr. Niladri Sekhar Bagchi anhand seiner Erfahrungen in Indien.
Von Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt in Deutschland bis zu nachhaltigeren Anbaumethoden von Kakao in Ecuador: WWF arbeitet auf diversen Ebenen. Beim WWF Stand auf der Grünen Woche wird gezeigt, wie facettenreich Naturschutzarbeit ist und welche Rolle die Entscheidung eines Jeden spielt.
Mit ihrem Start-Up Kokari möchte Gründerin Ebun Feludu die Kokosnuss Wertschöpfungskette nach Nigeria bringen. Warum in ihrer Vorstellung zukünftig jede Kokosnuss-Palme ihren eigenen Namen trägt und welchen Beitrag Digitalisierung hierzu leistet, berichtet sie im Gespräch.
Die Textilindustrie trägt erheblich zur Umweltverschmutzung bei, da sie jährlich über 100 Milliarden Bekleidungsartikel produziert, was zu enormen CO2-Emissionen und Wasserverbrauch führt. Modedesigner Paul Kadjo setzt auf Bananenseide als umweltfreundliche Alternative, um die Textilproduktion umweltbewusster und sozial gerechter zu gestalten.
Die Nyayo Tea Zones Development Corporation setzt sich für den Erhalt der Wälder in Kenia ein: Durch das Einrichten so genannter Pufferzonen, die mit Bäumen und Tee bepflanzt werden, wird der Abholzung entgegengewirkt. Neben der Produktion von umweltfreundlichem Tee kommt das Projekt den Ressourcen der Wälder und der Lebensgrundlage der in der Nähe der Wälder lebenden Gemeinden zugute, sagt Projektmitarbeiter Wallace Gichunge.
Ein Beitrag von Carlos Castellanos & Yvonne Bielfeld
Der Schuhhersteller Cueros Vélez als gutes Beispiel für die Verantwortung der Privatwirtschaft: Eine Fotogalerie zeigt, wie die Rinde des Kautschukbaums zu einem zuverlässigen und dennoch abholzungsfreien Begleiter auf unseren Straßen wird.
Ein Gespräch mit Caroline Kayanja, Dr. Eileen Nchanji & Theresa Herbold
Ohne die Überwindung struktureller Geschlechterungleichheiten ist eine Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen nicht möglich. Im Gespräch reflektieren Caroline Kayanja (UCOBAC), Dr. Eileen Nchanji (CIAT) und Theresa Herbold (Entwicklungsministerium) die zentralen Herausforderungen und Lösungsansätze – von Landzugang und Repräsentation bis hin zu frauengeführten Kollektiven und innovativen Technologien.
Allan Mubiru steht vor einem Regal in Kigali, Ruanda, und entdeckt eine lokale Kaffeesorte. Er nimmt ihn, probiert ihn und ist begeistert. Eine Geschichte über einen Lebensmitteleinkauf, der zum Beginn einer erfolgreichen Geschäftsidee wurde.
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